God of War: Ghost of Sparta Reviewed

God of War: Ghost of Sparta Reviewed

von am 06.11.2010 - 18:38

Endlich ist es soweit: Der grimmige Spartaner Kratos überwindet zum zweiten Mal die Fesseln der stationären Konsolen und schaut wieder auf der PSP vorbei. Ob God of War auch beim zweiten Mal auf der PSP funktioniert, ob der Titel das Niveau der Vorgänger halten kann und ob der Kauf lohnt, lest ihr in unserem Test!

Jedes Ende hat einen Anfang…

Wie bereits der erste Auftritt von Kratos auf der PSP, nämlich Chains of Olympus, erzählt auch Ghost of Sparta keine ganz neue Geschichte, sondern beleuchtet Aspekte aus Kratos’ Vergangenheit. Zeitlich spielt Ghost of Sparta zwischen God of War 1 und 2. Kratos hat seine Rache an Ares bekommen und wurde zum neuen Kriegsgott ernannt. Doch noch immer plagen ihn die Alpträume des gewaltsamen Todes seiner Familie, den er selbst verschuldet hat.

Dazu kommt eines Tages eine Vision von seinem lange tot geglaubten Bruder Deimos. Mit der Hoffnung, dass Deimos noch am Leben ist, begibt sich Kratos auf eine schicksalhafte Odyssee, bei der er auch seine eigene Vergangenheit erkundet. Mehr soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden, weil die Story auch dieses Mal wieder sehr gut gelungen ist und einen großen Beitrag zur Atmosphäre des Spiels leistet. Nur so viel: Ihr werdet sowohl alte Bekannte als auch ganz neue Personen und Kreaturen in Ghost of Sparta antreffen. Fans dürfen sich also auf einige neue Enthüllungen freuen, wohingegen Neueinsteiger vielleicht hier und da Verständnisprobleme haben werden.

Geschnetzeltes nach Spartaner Art

Vom Gameplay her gibt es bei Ghost of Sparta keine großen Design-Experimente: Ihr schnetzelt euch durch die gesamte griechische Mythologie, schneidet Bossgegner in kleine Scheibchen, löst ein paar Rätsel und meistert Kletteraufgaben. So weit, so bekannt. Doch auch wenn God of War: Ghost of Sparta eingefleischten Fans der Reihe (so wie mir) nicht allzu viel Neues bietet: alles wirkt wie aus einem Guss, sodass für keinen Moment Langeweile aufkommt. Dafür sorgt besonders die exzellente Inszenierung. Urplötzlich brechen riesige Endgegner aus dem Boden unter euch empor, ganze Tempelanlagen stürzen ein und aus dem Nichts wird ein Quick-Time Event eingeblendet, das es zu meistern gilt. Da einen kühlen Kopf zu behalten, ist alles andere als einfach.

Dabei sind die Kämpfe von Ghost of Sparta zwar nie unfair, aber durchaus fordernd. Jeder Feind hat eine spezielle Angriffstaktik, die es zu durchschauen gilt, um ihn effektiv bekämpfen zu können. Habt ihr einen Gegner dann lange genug bearbeitet, könnt ihr einen vernichtenden Finisher starten. Durch Drücken der Kreis-Taste wird dann serientypisch ein Quick-Time Event gestartet, in dessen Verlauf sich die Gegner oftmals von Körperteilen verabschieden müssen. Die God of War Reihe war schon immer für ihre Brutalität bekannt, und auch Ghost of Sparta macht da keine Ausnahme. Fans werden sich freuen, dass es zudem einige neue Finisher zu bekannten Feinden gibt. So rammt Kratos den Medusen dieses Mal zuerst die Klingen überkreuzt in den Hals, um sie anschließend mit einem Ruck herauszuziehen, wodurch der Kopf des Monster durch den Raum geschleudert wird. Oder er prügelt eine Sirene zu Boden, bevor er ihr mit bloßen Händen das Rückgrat herausreißt. Ziemlich harter Stoff, aber nichts, was man von Kratos nicht schon gewohnt wäre.

Endboss Aufmarsch

Besonders dramatisch werden die Quick-Time-Events bei den Endgegnern. Zwar gibt es im ganzen Spiel nur zwei wirklich gigantische Endgegner (die bereits aus den Trailern bekannte Seeschlange Skylla sowie der finale Obermotz, über den hier logischerweise ein Mantel des Schweigens gebreitet wird), doch zahlreiche Zwischengegner erwarten euch zum Duell. Mit schöner Regelmäßigkeit bekommt ihr es mit deutlich stärkeren Monstern als üblich zu tun. So erwartet euch in den Verliesen Spartas beispielsweise ein riesiger Löwe, während ihr im Aroana-Gebirge auf Erinny, die sehr, sehr böse Tochter des Todesgottes Thanatos, trefft.

Von den Endgegnern erhaltet ihr zudem oftmals neue Waffen oder Fähigkeiten. Insgesamt kann Kratos 3 Arten von Magie erlernen. Da wäre zum einen ein Elektro-Zauber, der den Kombo Zähler in ungeahnte Höhen schnellen lässt, eine Sphäre, die die Gegner anzieht und ihnen Lebensenergie entzieht sowie ein durchschlagender Eis-Zauber, der die Gegner erstarren lässt. Alle drei sind sehr nützliche Fähigkeiten, die in den Kämpfen sehr oft zum Einsatz kommen werden. Außerdem haben sich die Entwickler dieses Mal wohl noch stärker vom Spartaner-Gemetzel 300 inspirieren lassen: Als Zweitwaffe stehen Kratos dieses Mal Schild und Speer zur Verfügung, zudem eine Attacke mit dem Namen Rage des Leonidas. Zugegeben: Die beiden haben ja doch gewisse Ähnlichkeiten…

Altbekanntes, neu präsentiert

An der Steuerung haben die Entwickler so gut wie gar nichts verändert. Kenner der Reihe dürfen sofort mit Viereck und Dreieck loslegen, Gegner werden wieder mit der Kreis-Taste gegriffen und geworfen und auch Klettern und Springen funktioniert so, wie man es aus den Vorgängern gewohnt ist. Woran liegt es also, dass auch der neueste Ableger, obwohl er eigentlich nichts anders macht als die Vorgänger, sich trotzdem unverbraucht und frisch anfühlt? Definitiv an den vielen Kleinigkeiten. Dazu gehören einige neue Feinde, die auch dieses mal wieder großartig gestaltet wurden. So kommen dem Geist Spartas dieses Mal viele mechanische Wesen in die Quere, wie der Automaton, der Kratos mit einem mit Sägeblättern besetzten Rad attackiert. Oder die Meermenschen, die dem Spartaner gleich in Heerscharen gegenüber treten.

Aber auch die neuen Finisher-Animationen werden Fans der Reihe in Entzücken versetzen. Zudem wurden einige Feinde komplett neu animiert, was vor allem den Minotauren zu Gute kommt: Wirkten diese in den Vorgängern noch sehr behäbig, sind sie in Ghost of Sparta wirklich furchteinflössend und verdammt flink. Das neue Setting, bei dem Wasser-Abschnitte eine viel größere Rolle spielen, als in den Vorgängern, und die neuen Kampfmanöver – so kann Kratos beispielsweise aus der Distanz auf Gegner zustürmen, diese packen und zu Boden schleudern, sie dort mit Schlägen bearbeiten und ihnen anschließend unsanft den Kopf entfernen – sind ebenfalls klare Verbesserungen. Doch dazu gesellt sich noch eine größere Neuerung: das Feuer.

Ein Spiel mit dem Feuer

Schon relativ früh im Spiel erhält Kratos von der Titanin Thera ein unfreiwilliges Geschenk: Die Macht des Feuers. Damit kann er die bekannten Kettenklingen in Flammen aufgehen lassen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Angriffe sehen schicker aus und richten um einiges mehr Schaden an als normal. Zudem sind die Flammen unverzichtbar, um gegnerische Panzerungen zu durchdringen. Auch einige Rätsel sind um die flammenden Klingen gestrickt. Insgesamt sind die Flammenklingen eine nette Neuerung, die durchaus Vorteile hat, aber die vielen unterschiedlichen Waffen aus den Vorgängern können sie doch nicht ersetzen.

Feuer und Wasser spielen auch beim Setting eine große Rolle, da ihnen sehr viel mehr Platz eingeräumt wird als in den Vorgängern. So stehen neben einem Besuch in der Unterwasser-Stadt Atlantis auch einige Levels auf Schiffen sowie viele Schwimm-Passagen auf dem Plan. Beim Feuer ist es ähnlich: So erkundet ihr nicht nur eine gigantische Schmiede der Atlanter, sondern auch einen Vulkan und natürlich die Unterwelt selbst. Aber auch die restlichen Levels sind gewohnt gut gestaltet: Neben Wald-Abschnitten steht zudem ein Kurzaufenthalt in Sparta inklusive Besuch des örtlichen Freudenhauses auf dem Plan. Die God of War-typische Sex-Szene fehlt also auch in diesem Teil nicht, obwohl sie dieses Mal mehr denn je komödiantisch und nicht erotisch angehaucht ist. Trotzdem ist Ghost of Sparta wohl der God of War-Teil, in welchem am meisten nackte Haut präsentiert wird.

Auch ein Gott ist nicht perfekt

Kritikunkte zu finden ist bei God of War: Ghost of Sparta alles andere als einfach, doch einer ist offensichtlich: das Spiel ist recht kurz geraten. Erfahrene God of War-Spieler können den Abspann auf Schwierigkeits-Stufe Held nach knapp 5 Stunden sehen, doch selbst Neulinge sind nach 7 Stunden durch. Zwar gibt es auch bei Ghost of Sparta Herausforderungen, die ihr nach Abschluss des Hauptspiels meistern könnt, doch selbst diese dauern nicht ewig. Was schon mehr zum Weitermachen und nochmaligem Durchspielen anregt, ist der Tempel des Zeus-Modus. In diesem tauscht ihr eure Orbs, die ihr im Hauptspiel gesammelt habt, gegen Schätze wie Bonusgrafiken oder Making-of Videos ein. Da einzelne Stücke bis zu 80.000 Orbs kosten können, kann es schon sehr lange dauern, bis ihr wirklich alles euer Eigen nennen könnt. Apropos Eigentum: Wie in God of War 3 könnt ihr auch dieses Mal wieder göttliche Besitztümer sammeln, die das nochmalige Durchspielen erleichtern.

Technik aus dem Olymp

Abschließend noch einige Worte zur Technik: Ghost of Sparta ist das bis dato technisch eindrucksvollste PSP-Spiel, Punkt. Die Zwischensequenzen erreichen beinahe das Niveau einer Square-Enix Render Sequenz auf der PS2, und auch die Spielgrafik ist phänomenal. Die Texturen sind super, es ruckelt nie, flimmert nie und die Animationen gehen absolut flüssig ineinander über. Auch die Sprachausgabe ist wieder auf einem sehr hohen Niveau. Zwar erreicht die deutsche Synchronisation nicht ganz die Klasse des englischen Originals, liegt aber deutlich über dem Durchchnitt. Die Musikauswahl ist wieder vollgepackt mit klassischen Sounds, die euch wuchtig durch die Levels peitschen. Dazu kommt noch, dass das Spiel über keine störenden Ladezeiten verfügt. Wie gesagt: absolute Oberklasse!

Fazit:

God of War: Ghost of Sparta ist definitiv eines der besten bis dato erschienenen Spiele für die PSP, aber auch für einen God of War-Ableger sehr gut gelungen. Die Atmosphäre ist herausragend, die Inszenierung auf einem sehr hohen Niveau und von technischer Seite stellt das Spiel alle anderen PSP-Spiele locker in den Schatten. Zwar gibt es nur sehr wenige Neuerungen, doch angesichts der Klasse der altbekannten Elemente ist das leicht zu verschmerzen. Einziges Manko ist die zu kurze Spielzeit: Selbst für Anfänger ist nach maximal 7 Stunden Schluss.

Tolle Inszenierung, Hammer-Atmosphäre und brillante Technik: Auch das zweite Abenteuer von Kratos auf der PSP gehört trotz kurzer Spieldauer in jede Sammlung!

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