The Medium – Zwischen den Welten [PS5-Review]

The Medium – Zwischen den Welten [PS5-Review]

von am 21.09.2021 - 10:20
  • Start
  • Kommentare

The Medium erschien ursprünglich im Januar diesen Jahres für den PC und Xbox Series X/S. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel das erste wirkliche Next-Gen Game für Microsofts Konsole. Dieser Fakt, zusammen mit dem recht innovativen Konzept seine Spielfigur in 2 Welten parallel steuern zu können, brachte dem Spiel ordentlich Aufmerksamkeit.

Fast ein halbes Jahr später erschien The Medium nun auch für die PlayStation 5 und das mit vollem DualSense und 3D Audio Support. Wir schauen nun ob sich das Warten auf den Horror-Titel gelohnt hat.

2 Realitäten

Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle von Marianne, einem Medium das zwischen der realen und der “toten” Welt wandeln kann. Dieser Fähigkeit sind wir uns schon länger bewusst und konnten diese bei unserem Beruf als Bestatterin auch das ein oder andere Mal einsetzten. Wirklich auf die Probe gestellt wird unsere Fähigkeit als wir eines Tages durch einen mysteriösen Anruf zu einem verlassenen Resort reisen, um dort die Umstände des Verschwindens eines Mädchens aufzuklären.

Es stellt sich heraus, dass das Resort aus guten Grund verlassen ist. Vor einiger Zeit ist dort ein schlimmes Massaker geschehen, dessen wahre Geschehnisse bis heute ungeklärt sind. Als Medium zu einem Ort zu reisen, wo es viele verlorene Seelen gibt, klingt doch super!.

Die Geschichte von The Medium startet wirklich vielversprechend und hatte mich tatsächlich sofort gefesselt, leider verliert das Spiel nach den ersten paar Stunden relativ viel an Fahrt und schafft es auch nie diese wieder aufzunehmen.

Ein Hauptgrund dafür ist das leider sehr mäßige Pacing, welches immer wieder an den falschen Stellen Geschwindigkeit rausnimmt und somit sehr selten Spannung oder eine gruslige, unangenehme Atmosphäre aufbauen lässt.

Ein weiterer Punkt sind leider auch die oft fehlplatzierten Puzzles. Diese sind nie wirklich schwer, nehmen aber immer Zeit in Anspruch und waren oftmals an Stellen platziert, an denen das Spiel einen Hauch von Spannung hätte aufbauen können.

Diese Punkte haben leider dafür gesorgt, dass die Story von The Medium mich unterm Strich nicht wirklich mitgerissen hat. Ganz besonders die Atmosphäre, die meiner Meinung nach das wichtigste Element bei einem Horror-Spiel ist, kam hier an einigen Stellen zu kurz.

Fast Retro

Mit seiner fixen Kameraperspektive erinnert The Medium an frühere Horror Games wie Resident Evil und Silent Hill. Allerdings gibt es hier eine Besonderheit. In bestimmten Situationen können wir Marianne im geteilten Bildschirm gleichzeitig in der realen und “toten” Welt steuern. Die “tote” Welt ist dabei von der Grundstruktur her ähnlich wie die reale Welt hat aber eine komplett andere Ästhetik und Atmosphäre. Ich fand diesen Kontrast zwischen den Welten richtig gut gelungen.

Im Gameplay wird diese Mechanik meist in Puzzles angewandt: In der realen Welt hat ein Aufzug keinen Strom? Wie praktisch, dass in der “toten” Welt eine Energiesäule nicht allzu weit entfernt ist und wir so den Aufzug wieder in Betrieb nehmen können.

Die ersten Male fand ich das Lösen solcher Puzzles echt ganz unterhaltsam. Leider entwickelt sich dieses Konzept nie wirklich weiter und die Puzzles funktionieren meistens  nach Schema F. Sie fordern nie wirklich Hirnschmalz, was zur Folge hat, dass die Puzzles nach einer Weile eher stören als zu unterhalten.

Wenn wir mal nicht in der “toten” Welt wandeln, ist das Gameplay von The Medium sehr klassisch gehalten. Wir untersuchen unsere Umgebung, suchen nach Hinweisen und das eine oder andere Mal müssen wir auch Schleichen um unangenehmen Personen aus dem Weg zu gehen.

Insgesamt hatte ich mit The Medium am meisten Spaß, wenn wir in beiden Welten gleichzeitig wandeln konnten. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man mit dieser Mechanik mehr hätte angefangen können.

Grafik und Audio

Trotzdem war diese Mechanik technisch durchaus beeindruckend umgesetzt. 2 Welten gleichzeitig auf den Bildschirm zu rendern, ist sehr leistungsintensiv und zeigt ganz gut das Potential der neuen Konsolen.

Die In-Game Grafik ist detailliert und ist auf jeden Fall im oberen Durchschnitt anzuordnen. Für die Größe des Entwickler-Teams ist das absolut ausreichend. Besonders toll fand ich die Zwischensequenzen, denn die waren grafisch nochmal besser und hatten eine wirklich gute Kameraarbeit.

Der Bereich Audio ist ein zweischneidiges Schwert. Umgebungsgeräusche und der generelle Spielsound sind detailliert und insgesamt gut gelungen. Die Synchro hingegen ist nicht so gut. Die Lippen bewegen sich meist nicht wirklich passend oder auch mal gar nicht und irgendwie, auch wenn das ein sehr subjektiver Eindruck ist, passen die Stimmen auch nicht immer zu den jeweiligen Charakteren.

FAZIT

TheMedium

von am 21.09.2021

The Medium spielt sich am besten wenn man in beiden Welten gleichzeitig unterwegs ist. Abseits davon haben wir hier eher klassische Kost, mit einer Atmosphäre und Story, die leider etwas zu kurz kommen. Trotzdem glaube ich, dass The Medium die Reise wert ist, wenn auch nicht zum Standardpreis.

Grafik: 82
Sound: 77
Gameplay: 78
Spieldesign: 75
Spielspaß: 78
Welt / Atmosphäre: 77

So wertet Krautgaming:
0-25 ungenügend (6), 26-45 mangelhaft (5), 46-65 ausreichend (4), 66-75 befriedigend (3), 76-85 gut (2), 86-95 sehr gut (1), 96-100 ausgezeichnet (1+)

INFOS ZU The Medium

Entwickler I Bloober Team

Publisher I Bloober Team

Release I 28. Januar 2021 (PC und Xbox Series X/S) / 03. September 2021 (PS5)

Plattform I Xbox Series X/S, PlayStation 5 und PC

Review I Auf PlayStation 5 gespielt, Spiel von Publisher gestellt

Spielzeit I 9 Stunden

Preis I 49,99 €

Kommentare

Sag etwas, mein Freund!

Jetzt hast du die Gelegenheit die Person zu sein, zu der deine Mutter dich immer machen wollte: Freundlich, höflich und klug!

Du darfst grundsätzliches HTML und diese Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>