Immortals – Fenyx Rising: A Link To The Gods [Test]

Immortals – Fenyx Rising: A Link To The Gods [Test]

von am 31.12.2020 - 20:20
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Tja… 2020 ist wohl doch noch für die eine oder andere Überraschung gut. So macht es jedenfalls den Anschein, denn Ubisoft hatten neben den üblichen Verdächtigen, Assassin’s Creed Valhalla und Watch Dogs Legion, noch ein weiteres Game in der Hinterhand, das keineswegs übersehbar ist. Ich spreche von Zelda… Falsch !!!… ich meine natürlich… “Ich spreche von Immortals – Fenyx Rising!”.

Ein Vergleich ist allerdings keineswegs abwegig und trotzdem wage ich zu behaupten, dass Immortals sich hier dennoch deutlich genug von Nintendos Zelda – Breath of the wild abhebt. 

Verfügbar für PlayStation 4/5, Xbox One und Xbox Series S/X, Nintendo Switch und PC. 

Charakter

Dass eine Spielwelt eine tragende Figur braucht, ist wohl längst kein Geheimnis mehr. Als Spieler wünscht man sich zudem eine Möglichkeit, sich mit der erfahrbaren Situation im Spiel persönlich beschäftigen zu können. Irgendeine Form der spielerischen Identifikation muss also stattfinden. Und so schön auch viele Open World Games aussehen, und so beeindruckend es auch ist, dass sie immer noch gigantischer werden… – Ohne eigenen Charakter (oder passende Motivationen) fühlen sie sich leer an.

Immortals – Fenyx Rising setzt sich mit der griechischen Mythologie auseinander. Aber keine Sorge… Es erwartet euch kein Assassin’s Creed Odyssey 2.0! Eure Reise ist weitaus fantasievoller gestaltet und hier ist eigentlich auch schon die erste große Parallele zu Breath of the wild.

In cartoon-artiger Optik erkundet ihr eine ursprünglich von Göttern bewohnte Insel, die mit allerhand Kreaturen gespickt  und in thematische Bereiche gegliedert wurde. Um in der Geschichte weiter zu kommen, solltet ihr euch mit dieser Welt natürlich beschäftigen und neue Möglichkeiten zur Erkundung freischalten. Ihr müsst daher auch eure grundsätzlichen Eigenschaften verbessern. Dafür dürft ihr in den meisten Fällen einige Rätsel lösen, die innerhalb ihres Verlaufs das entsprechende Tutorial für neue Fähigkeiten bieten. Insgesamt also ein Konzept, das man durchaus auch in Breath of the wild vorfindet und auch das Gameplay weist allgemein diverse Ähnlichkeiten auf. Gerade wenn man auf die Beschaffenheit der Rätsel und den damit verbundenen Mechaniken schaut. 

Immmortals – Fenyx Rising unterscheidet sich allerdings weit weniger durch Gameplay oder die Struktur von seinem Geschwister-Spiel auf Nintendo Switch. Der größere Unterschied liegt tatsächlich in seinem Charakter.

Die Stimmen aus dem Off

Das Spiel ist nicht nur im Gameplay beflügelt. Leicht beschwingter Humor ist eine enorme Eigenschaft des Spiels, die den Spieler immer wieder abholt und eine ganz besondere Note verleiht. Was besonders Prometheus und Zeus als Erzähler hier vom Stapel lassen, ist mit sehr viel Witz gestaltet. 

So hebt sich Immortals – Fenyx Rising extrem von seinem Adventure-Kollegen aus dem Hause Nintendo ab. Zeitgleich entwickelt sich dadurch auch eine überraschend fesselnde Erzählstruktur, die den Spieler zeitgleich behutsam durch die Mechaniken führt, die das Game zu bieten hat. Denn nachdem ihr eure Figur entworfen habt, gilt es viel zu lernen um dem höllischen Typhon entgegentreten zu können. 

In den Kämpfen solltet ihr zum Beispiel eine ausgewogene Dynamik im Umgang mit euren Waffen entwickeln, damit ihr auch in kleineren Horden nicht untergeht. Richtig spannend wird es zudem, wenn sich die Gefechte ebenfalls in die Luft verlagern, denn die Flügel hat Fenyx schließlich nicht nur zur Dekoration. Hier trumpft das Spiel auf jeden Fall auf. 

Optisch weiß das Spiel auf jeden Fall zu überzeugen. Die Spielwelt ist lebendig und farbenfroh. Als einzigen Kritikpunkt würde ich hier die etwas starren Gesichter der Figuren sehen, die in den Zwischensequenzen dadurch ein wenig an Emotionalität verlieren. 

Dem wirkt allerdings die gelungene Synchronisation entgegen. Die deutschen Sprecher machen einen hervorragenden Jobund bringen vor allem den herrlich selbstironischen Ton des Spiels auf den Punkt. 

Abgesehen davon, dass das Thema Sound bei Spielen von Ubisoft seltenst ein Problem darstellt, ist es aber gerade der wahnsinnig gelungene Soundtrack, der das Spiel in epische Sphären anhebt. Was Komponist Gareth Coker hier erschaffen hat, zählt mit zu den absolut besten Soundtracks, die ich in den letzten Jahren auf die Ohren bekommen habe. 

Wem der Name nicht geläufig ist, dürfte vielleicht spätestens hellhörig werden, wenn man weiß, dass er ebenfalls für die traumhaften Soundtracks von Ori and the blind forest und Ori and the will of the wisps verantwortlich war. [Fan Fact: Er ist ebenfalls am Soundtrack des kommenden Halo Infinite beteiligt.] 

Immortals Fenyx Rising ist ein inhaltlich gut ausbalanciertes Game, ohne größere Längen. Die Open World trifft genau das richtige Maß und lädt sehr gekonnt zu Entdeckungsreisen ein. Und auch wenn Zelda – Breath of the wild gewissermaßen als Vorlage erscheint, hat man hier ein sehr rundes und stimmiges Gedamtbild abgeliefert, dessen Story und Atmosphäre das Geschwister-Game problemlos vergessen lassen. 

FAZIT

Immortals - Fenyx Rising

von am 31.12.2020

Mit Immortals – Fenyx Rising haben Ubisoft tatsächlich auf die letzten Meter des Jahres noch ein richtiges Highlight in Richtung Zielgerade geschickt. Fans von Darksiders und Zelda werden sich über ein ausgewogenes und reichhaltiges Spielerlebnis freuen. Atmosphärisch dicht und mit hohem Unterhaltungswert, ist Immortals Fenyx Rising eine absolute Empfehlung für Adventure-Fans. 

Grafik: 86
Sound: 97
Gameplay: 86
Spieldesign: 89
Spielspaß/Atmosphäre: 92

 

So wertet Krautgaming:
0-25 ungenügend (6), 26-45 mangelhaft (5), 46-65 ausreichend (4), 66-75 befriedigend (3), 76-85 gut (2), 86-95 sehr gut (1), 96-100 ausgezeichnet (1+)

Über Daniel Machut

Ich bin Chefredakteur bei KRAUTGAMING ! Aufgewachsen in der Steinzeit des Gaming, bin ich noch heute unterwegs in den unterschiedlichsten Welten. Hyrule, Rapture, Eos, das viktorianische London, Sondereinsätze auf der ganzen Welt und selbst die dunklen Tiefen des Weltraums habe ich nicht gescheut. Hier sollt ihr mehr von meinen Reisen in den virtuellen Weiten erfahren...

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