Trials Rising [Review]: Vom Probieren und Studieren

Trials Rising [Review]: Vom Probieren und Studieren

von am 10.03.2019 - 15:52
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Die Trials-Serie kann seit geraumer Zeit eine sehr treue Fanbasis um sich scharen. Mit Trials Rising wagt der Entwickler Ubisoft Kiew nun den nächsten Schritt der Trials Reihe mit neuen Mechaniken und Lootboxen. Ob das gelingt, oder sich das Spiel in Mikrotransaktionen verliert, verraten wir im Test.

Diese Hügel, die sind lustig

Ich würde mich nicht unbedingt als riesen Fan, aber auch nicht als Neuling der Reihe bezeichnen. Seit Trials HD, welches ich bis ins Nirwana gespielt habe, ist keiner der weiteren Teile bei mir angekommen. Umso erstaunlicher war es, wie schnell ich mich doch wieder eingewöhnt habe.

Das Spielprinzip hat sich seit dem ersten Trials kaum verändert. Man fährt in einer 2,5D Ansicht verschiedene Geschicklichkeitskurse mit motorisiertem Untersatz. Das wichtige ist hierbei, das Gleichgewicht zu halten, im richtigen Moment Gas zu geben und verschiedene Tipps und Tricks anzuwenden. Denn nur so kommt man der zu verdienenden Goldmedaille auf jedem Kurs näher. Wer einfach nur beschleunigt, kommt nur selten im Ziel an. Geschweige denn, mit einer guten Zeit.

Diese Hügel, die sind schöööön

Erst einmal zu den Strecken an sich. Denn diese sind ganz klar das Highlight eines jeden Trials. Und was sich die Entwickler hier an verrückten bis verrückt dämlichen Strecken haben einfallen lassen, verdient schon Applaus. Ob ich jetzt im Mittelalter, einem Hollywood Film Studio oder von einem Ballon zum nächsten cruise: Alles fühlt sich herrlich frisch und unverbraucht an.

Und dazu kommt auch die generelle Aufmachung des Spiels. Das Hauptmenu und auch die Weltkarte, auf der man die Strecken aussucht, sind schön durchdesignt. Aber nicht nur das! Auch die zusätzlichen Extra-Herausforderungen sind kreativ ins Spiel eingebunden und sorgen für Abwechslung.

Apropos Herausforderungen:

Denn da kann man schwere Strecken…

Im Gegensatz zu den bisherigen Teilen, levelt man in Rising auf. Dieses Leveln hat einerseits den Vorteil der Motivation und von kontrolliertem Spielfortschritt, untergräbt aber eher den Gedanken des Spiels. Warum ich in einem Geschicklichkeitsspiel eine Levelgrenze haben sollte, die den Fortschritt ausbremst, erschließt sich mir in keinster Weise. Es gibt einen recht klaren Grund (LOOT BOXEN AHOI!), auf den ich jedoch nochmal später zu sprechen komme.

Sind die leichten Kurse noch zum leichten Eingrooven der Mechanik gedacht, wird es mit weiter fortführendem Spielverlauf immer schwieriger, die Level überhaupt zu meistern.  Denn spätestens ab dem vierten großen Event muss man alles in und auswendig können, um in die Goldmedaillen Region zu fahren. War das in den früheren Trials-Spielen noch ein oft ein hoffnungsloser Fall vom ständigen Austesten und Ausprobieren, hat Trials Rising eine wunderbare Lösung parat.

Und zur Trials schule gehn!

Die wohl beste Ergänzung des neuen Teils bietet die sogenannte Trials-Akademie. War ich in früheren Teilen noch aufgeschmissen, wenn ich an einer Technik verzweifelt bin, erhalte ich hier Abhilfe. Nicht nur gibt es für jede Technik, wie Bunny-Hops oder richtiges Lehnen, maßgeschneiderte Kurse. Mir wird außerdem vor jeder Lektion in Tutorials genau erklärt, wie die neue Technik ausgeführt werden muss, um zum Erfolg zu werden. Diese kleinen Stützräder helfen auch dem schlechtesten Motorradjunkie da draußen dabei, auf beiden Rädern noch ins Ziel zu stolpern.

Warum diese Tutorials jedoch, wie so vieles andere, an Level gebunden sind, ist einer meiner Meinung nach nicht nachvollziehbar. Warum muss ich mich erst durch einen Haufen leichter Kurse durchgrinden, um auf diese neuen Lektionen und härteren Level zugreifen zu dürfen. Und da fallen mir dann leider die Schwächen von  Trials Rising ein.

LOOT braucht die Welt… nicht

Denn wir haben nun einmal 2019. Und was wäre dieses Jahr ohne Lootboxen? Bei jedem Levelaufstieg bekomme ich eine Lootbox mit kosmetischen Items. Zudem verdiene ich zusätzlich Geld , welches ich ebenfalls in neue Boxen oder auch in weitere Motorräder investieren kann. Dass es die Möglichkeit gibt, mir diese Boxen und sonstiges Gedöns mit Echtgeld zu kaufen, erklärt sich natürlich von selbst.

Und auch wenn es sich lediglich um kosmetische Items handelt: das hat in einem solchen Spiel einfach nichts zu suchen. Wenn es nur die Boxen wären, wäre es ja vllt. noch verschmerzbar. Aber das damit einher gehende, aufgesetzt wirkende, Level-Up System und der damit verbundene Grind nerven einfach nur. Und das zieht das Spiel nach unten und wird auch hier zu einer Abwertung führen.

Und das tut mir leid. Denn so viel darf gesagt werden: Trials Rising ist das bisher beste Trials. Was man auch am Rest des Spiels sehen kann.

Zeiten knacken im Netz

Natürlich darf auch der Online Multiplayer nicht fehlen. Dieser ist, bis auf wenige Ruckler, gut gelungen, wenn auch sehr flach. Man kann ein paar Bestzeiten knacken, ein wenig am Können feilen und das war es dann auch schon. Klar ist das Fahren gegen andere Spieler unterhaltsam, aber etwas mehr Mut zu neuen Ideen und Modi wäre hier wünschenswert gewesen. 

Mit Freunden online zu spielen wäre dann doch cool. Oder? Nun ja… Die privaten Multiplayer Spiele waren zum Testzeitpunkt leider noch nicht freigeschaltet. Wann diese kommen sollen, steht leider noch nicht fest.

Auch der Strecken-Editor kehrt zurück und ist genauso potent wie vorher. Hier darf man gespannt sein, welche kreativen Einfälle wir in den nächsten Monaten bestaunen können

Mit Tandem zum Ruhm

Was Trials online dezent versemmelt, gleicht es im lokalen Spiel zum Glück wieder aus. Alleine der Party Modus macht schon extrem viel Laune. Und eine zehntel Sekunde vor dem besten Freund ins Ziel zu kommen, ist einfach ein tolles Gefühl. Besonders wenn sich dieser noch so richtig ärgert. Für Spaß mit anderen Leuten ist also gesorgt.

Das beste Schmankerl an Trials Rising ist jedoch der Tandem-Modus. Hier fährt man zu zweit auf einem Bike die Strecken im Solo-Modus ab. Sich abzustimmen und dauerhaft den Dreck zu schmecken ist hier das Ziel. Und das macht richtig Spaß. Während man verzweifelt versucht, das Gleichgewicht zu halten, gibt man mit dem Partner alle möglichen Töne von sich. Gegenseitige Anschuldigungen inklusive! Doch das ist auch der Spaß an der ganzen Sache, denn wenn man es dann mal geschafft hat, wie eine Einheit zu funktionieren und mit einer guten Zeit ins Ziel  kommt, freut man sich erst richtig. Man klatscht sich ab und geht voller Motivation ins nächste Rennen zu gehen… 

… um dann wieder direkt den Dreck zu schmecken. Und das Beschuldigen beginnt von vorne 😂

Stabile Technik und Stabiler Soundtrack

Technisch hatte ich  fast keine Probleme mit Trials. Jedes zehnte Rennen mal ein Einbruch in der Framerate und ein Absturz, da plötzlich Highscores auf ewig aktualisiert wurden. Das war es dann aber auch schon.

Zum Soundtrack lässt sich nur sagen, dass er funktioniert. Zwar bietet er ein paar Highlights, jedoch ist er auch recht limitiert. Und nach ein paar Stunden lässt man dann eh Musik nach eigener Wahl im Hintergrund laufen. Schade eigentlich, aber auch kein Beinbruch.

Fazit:

 

Trials Rising

von am 10.03.2019

Ach, Trials Rising… du bist so ein tolles Spiel. Die Strecken und Szenarien sind vielfältig, die Modi gelungen und das Tandem ist das beste, was deinen Machern je eingefallen ist. Du bist das beste Trials. Punkt.Und doch kann ich dich leider nicht in den Spielspaßolymp heben. Die Lootboxen und das aufgesetzte Levelsystem bremsen dich leider aus. Bis auf das Tandem ist dann doch zu wenig neu und der ‘Games as a Service’-Beigeschmack geht mir nie ganz aus dem Mund.Du bist immer noch richtig gut. Keine Sorge. Aber du hättest großartig sein können.

Grafik: 81

Sound: 80

Gameplay: 90

Spieldesign: 70

Spielspaß/Athmosphäre:88

 

 

 

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