Nuclear Dawn reviewed – Das FPS RTS im Test

Nuclear Dawn reviewed – Das FPS RTS im Test

Manchmal stolpert man über Spiele, bei denen man sich wundert, warum diese denn nicht mehr Beachtung bekommen. Man kennt das, die kleinen, unbeachteten Perlen, die insgeheim vor sich hin schimmern. Manchmal merkt man nach einer Weile des Spielens auch, warum die Spiele so unbeachtet sind. Nuclear Dawn ist ein ganz typischer Fall eines solchen Spieles. 

 

Auf Nuclear Dawn stößt man wohl nur, wenn man entweder ein Hardcoreleser der etablierten Games Magazine ist, oder wenn man täglich durch die unzähligen Spiele des Steam Stores stöbert. Als “First Person Shooter Real Time Strategy Game” – kurz FPS RTS – sticht Nuclear Dawn schon heraus, das macht das Spiel jedoch auch äußerst interessant. Doch wie funktioniert das mit dem FPS RTS und warum versinkt Nuclear Dawn in der Bedeutungslosigkeit?

Story

Die Story des Spiels ist schnell erklärt. In einer postapokalyptischen Welt bleiben zwei Fraktionen, das Empire und das Consortium, übrig und kämpfen um die letzten, noch erhältlichen Ressourcen der Erde. Nun ja, das klingt jetzt auf den ersten Blick etwas flach und abgedroschen, daraus entwickelt sich jedoch ein durchaus spannendes Szenario.

Gameplay

Im Szenario der postapokalyptischen Welt bieten sich allerlei Möglichkeiten, um sich gegeneinander das Leben schwer zu machen. Dies geschieht auch fleißig auf derzeit sechs Karten, die euch in Städte wie London und New York führen.

Dabei gibt es auf jeder Karte verschiedene Ressourcenpunkte, die es zu erobern gilt: Tertiaries, Secondaries, und Primary sind die Punkte, die es einzunehmen gilt. Hier werden Ressourcen generiert, die dann im RTS Modus des Team Commanders für Gebäude, Forschungen und Buffs genutzt werden können. Einnehmen kann man diese Punkte im klassischen Domination Modus, man muss einfach einige Zeit danebenstehen. Einzige Ausnahme bildet hier der Primary, der am schwersten einzunehmende und zu verteidigende Punkt, bei dem sich zwei Soldaten neben den Punkt stellen müssen, um ihn erfolgreich einzunehmen.

Der FPS Part lehnt sich sehr stark an Team Fortress 2 an. Es gibt 4 verschiedene Klassen, die beim Spawn gewählt werden können. Assault als der Standardkämpfer, Support zum heilen und reparieren, Stealth zum unsichtbar schleichen und meucheln und der EXO als gepanzerte Waffenplattform. Jeder Klasse stehen 2 bis 3 Waffenkonfigurationen zur Auswahl, von der eine jedoch beim Start der Runde nicht wählbar ist. Diese muss erst vom Commander erforscht werden. Zusätzlich hat jeder Spieler noch die Möglichkeit durch das Sammeln von Erfahrungspunkte diverse Gizmos freizuschalten, welche die Waffen nochmals in Nuancen verändern. So kann man den Schaden auf Exos erhöhen, mehr Munition mitnehmen, oder auch die Sprintgeschwindigkeit erhöhen.

Die Runde ist gewonnen, wenn es ein Team schafft, vor Ablauf der Zeit den feindlichen Command Bunker zu zerstören.

Der Commander

Der wirklich interessante Part an Nuclear Dawn ist der Commander. Zu beginn jeder Runde können sich die Spieler als Commander bewerben, aus allen Bewerbern wird dann ein Kandidat zufällig ausgewählt, der als Commander die Truppen befehligt. Dabei steht dem Commander in seinem Bunker eine Konsole bereit, die ihm eine Top-Down Sicht auf die Map eröffnet und ihm ermöglicht Gebäude zu bauen, Forschungen anzustreben und den Truppen Befehle zu geben.

Im Gameplay von Nuclear Dawn nimmt der Commander eine immens wichtige Rolle ein. Ist der Commander schlecht, dann hat es das Team schwer, weil Waffen nicht schnell genug zur Verfügung stehen, oder weil der Commander die Spawn Punkte falsch platziert hat. Wenn das Team schlecht ist, dann stehen dem Commander nicht genug Ressourcen zur Verfügung, um effektiv bauen zu können. Die richtige Balance ist hier also von immenser Bedeutung.

Die größte strategische Herausforderung des Commanders ist jedoch das Power Management. Jedes Gebäude, jeder Spawn Punkt und jedes Geschütz muss mit Energie versorgt werden, die über “Relay Nodes” auf der Map verteilt werden muss. Dabei muss der Commander dafür sorgen, dass die Energie ankommt und ausreichend vorhanden ist. Das kann bei schlechtem Power Management schon mal dafür sorgen, dass ein scheinbar gewonnenes Match noch gedreht wird, weil die Frontlinie durch eine vom Feind zerstörte Relay Node die Energie verliert.

Die Probleme im Balancing

Mit dem Release des Spieles könnte man durchaus ein gut getestetes Spiel erwarten, irgendwas ist da bei Nuclear Dawn jedoch schief gegangen. Zu Release herrschte in den Kämpfen eine riesige Imbalance zu Gunsten des Consortium, sodass zu Rundenstart die erfahreneren Spieler alle diese Fraktion wählten. Neue Spieler, die dieses Phänomen noch nicht kannten, liefen so gnadenlos ins Messer. Kurz gesagt: Der Frustfaktor war riesig.

Den endgültigen Todesstoß verpasste der Entwickler InterWeave dem Spiel mit der Einführung der EMP Granate, die Gebäude für eine bestimmte Zeit außer Gefecht setzen konnte. Das führte dazu, dass gerade zu Rundenstart einige wagemutige Engeneers in die feindliche Basis liefen und dort EMP Granaten warfen. Eine halbe Minute ohne Spawn kann durchaus Entscheidend für die Runde sein, auch war diese Unfähigkeit zu Spawnen nicht gut auf dem HUD gekennzeichnet, sodass viele Spieler hier von einem Bug ausgegangen sind.

Das Spiel bewegt sich hier zwar auf einem Pfad der Besserung, die Server sind jedoch wie leer gefegt. Abends findet man mal ein paar aktive Server, generell kann man jedoch von gähnender Leere sprechen. Das ist wohl hauptsächlich dem schlechten Start des Spieles geschuldet.

Fazit

Entwickler InterWeave hat es sich nicht leicht gemacht mit Nuclear Dawn. Als Mod gestartet und als kommerzielles Spiel geendet, mit vielen Problemen im Balancing und einer nicht gerade flachen Lernkurve bietet das Spiel viel Potential, um dem Spiel kritisch gegenüberzustehen.

Nuclear Dawn ist seit dem 26. September 2011 für Mac und PC auf Steam erhältlich.

Entgegen all den anfänglichen Probleme entwickelt sich Nuclear Dawn prächtig. Das Spiel bietet ein spannendes Mashup aus FPS und RTS, bei dem jede Runde anders ist. Was jetzt noch fehlt, ist eine aktive Community.

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