GC15 – Mayan Death Robots

GC15 – Mayan Death Robots

von am 11.08.2015 - 11:31
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Die Götter müssen verrückt sein – oder eben Roboter. Als Aliens ein unverbrauchtes Schlachtfeld suchen, um ihre Sportsendung aufzuzeichnen, stoßen sie auf die Erde. Hier leben nur niedere Kreaturen – die Menschen. Das Volk der Maya verehrt die Roboter aus dem All als Götter, und Erich von Däniken klatscht begeistert in die Hände.

Am belgischen Pavillon auf der Gamescom läuft ein Spiel, dass wie Worms aussieht, sich aber etwas anders spielt. Entwickler Karel Crombecq erklärt: „Ich wollte ein Spiel wie Worms machen, aber mit gleichzeitigen Zügen, weil ich nicht gerne warte.“ Das läuft dann so ab: Beide Spieler haben ein paar Sekunden Zeit, um ihre Waffen zu wählen. Wenn beide eine Wahl getroffen haben (oder die Zeit abgelaufen ist), müssen beide Spieler zielen – wieder innerhalb eines Zeitlimits. Danach folgt der Schuss, und beide Spieler sehen, ob ihr Plan erfolgreich war. Ziel ist es dabei, den Energiekern des anderen Spielers zu zerstören, der irgendwo im Boden liegt – sein Roboter kommt sonst immer wieder ins Spiel zurück.

Catapults

Anders als in Worms können sich die Roboter nur per Sprung bewegen. Das kostet jedoch eine Runde, in welcher der Roboter nicht feuern kann. Außerdem kann ein falsch geplanter Sprung schnell zu unerwarteten Ergebnissen führen: In einem Match rutschte mein Roboter nach der Landung auf einem Plateau in einen Abgrund hinein, und einmal sprang mein Roboter sogar direkt in die Flugbahn eines gegnerischen Projektils.

Dadurch, dass beide Spieler gleichzeitig ihren Zug planen, ist das Spiel etwas fairer als Worms; hier kann der Spieler nämlich mit viel Glück schon in der ersten Runde das halbe Team seines Gegenspielers auslöschen. Der andere kann dann nur noch reagieren. Gleichzeitig bedeutet die gemeinsame, begrenzte Zugzeit aber auch, dass der Spieler in Mayan Death Robots nicht aus hunderten von Waffen wählen kann.

Dieses Problem umgeht das Spiel ganz geschickt: Statt jedem Wurm dutzende von Waffen zu geben, gibt es in Mayan Death Robots verschiedene Roboter mit unterschiedlichen Fähigkeiten. So kann die Roboter-Göttin Akna etwa kleine Spinnen verschießen, die sich durch die Erde graben oder aber zum nächsten interessanten Ziel krabbeln – und dort explodieren. Der Roboter-Affe Hun-Batz hingegen schmeißt lieber explodierende Bananen, und da ist sie wieder, die Nähe zum Genre-Klassiker Worms.

Roster 01

Es gibt jedoch noch ein anderes Element im Spiel – und das sind die Mayas. Diese wuseln wie in Lemmings oder in der Siedler-Reihe über den Bildschirm und lassen sich nicht direkt kontrollieren. Jeder Roboter hat einen Maya-Stamm auf seiner Seite, der ihm im Kampf hilft; und wenn er die Maya des gegnerischen Stamms in die Luft jagt, erhöht sich der Explosionsradius seiner Waffen. So ermöglicht Mayan Death Robots verschiedene Strategien: Wir können uns entweder auf den Roboter unseres Gegenspielers konzentrieren, direkt seinen Energiekern angreifen, oder erst ein paar Mayas im göttlichen Feuer verschwinden lassen, um Kraft für den großen Angriff zu sammeln.

Außerdem gibt es einige Story-Missionen, in denen wir noch andere Elemente berücksichtigen müssen. Irgendwann stehlen die Maya zum Beispiel ein Raumschiff der Aliens, können es aber nicht richtig fliegen und krachen immer wieder in die Landschaft hinein. Die Spieler können das Raumschiff nun mit gezielten Schüssen in die Basis des anderen Roboter schicken, wo die Bruchpiloten immerhin da Schaden anrichten, wo er erwünscht ist. In einer anderen Mission bauen die Mayas Katapulte, um den Roboter-„Gott“ des anderen Spielers zu zerstören – die primitiven Kriegsmaschinen haben zwar nicht viel Kraft, können mit etwas Zeit jedoch große Löcher ins Gelände hauen, die uns irgendwann den Boden unter dem Energiekern nehmen können.

Mayan Christmas

Jede Partie ist dadurch anders, und das ist großartig. Was gleich bleibt, sind die Karten, auf denen wir spielen: Anders als Worms generiert Mayan Death Robots keine prozeduralen Landschaften, sondern kommt mit einer festen Anzahl an handgezeichneten HD-Landschaften, die gerade auf einem großen Bildschirm unheimlich lebendig aussehen – besser als das Original. Außerdem hat mir gut gefallen, dass das Spiel immer wieder auf seinen narrativen Kontext verweist – so läuft etwa im Hauptmenü ein Newsticker, auf dem die Nachrichten des Tages zu lesen sind. Ein Beispiel: „Gesundheitsministerium warnt vor Maya-Fleisch – Infektion befürchtet.“ Gut zu wissen!

Mayan Death Robots gibt es voraussichtlich ab Ende 2015 auf Steam für PC, Mac und Linux.

Über Christoph Volbers

Christoph hat viel zu viele Töpfe am Kochen: Er ist der Kopf hinter dem Science Fiction-Metal-Projekt Xenogramm und schreibt an seinem eigenen Roman. Gleichzeitig studiert er Englisch und Geschichte im schönen Bremen (nicht lachen!). Da er jedoch nicht immer vor dem Bildschirm hocken kann, geht er arbeiten – und zwar in einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen. Wenn er sich davon erholen will, dann kocht er, oder er geht laufen, oder er sieht sich Filme und Serien an.

Oh, und offenbar schreibt er auch für krautgaming. Wie konnte ich das nur übersehen?

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