Monster Hunter Generations Ultimate [REVIEW]

Monster Hunter Generations Ultimate [REVIEW]

von am 14.09.2018 - 10:44
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In Japan gehört die ‘Monster Hunter’-Serie zu den erfolgreichsten Spielereihen überhaupt. Die Action-RPG Reihe umfasst dort bereits 14 Hauptspiele, sowie viele weitere Spin Offs. Hier, in westlichen Gefilden, konnte die Reihe immerhin mit ihren letzten 3DS Ablegern eine kleine Fanbase kultivieren. Zumindest bis zum Erscheinen von Monster Hunter: World, das einige Gameplay-Elemente für den westlichen Markt anpasste und so auch hier zum absoluten Hit wurde. Leider erschien der Titel nur für PC, PlayStation 4 und Xbox One, während Besitzer einer Switch leer ausgingen. Nun legt Capcom allerdings nach und veröffentlichte Monster Hunter Generations Ultimate für Nintendos aktuelle Konsole. Doch ist die optimierte Umsetzung eines zwei Jahre alten 3DS Titels tatsächlich ein vollwertiger Ersatz für Monster Hunter: World?

Die Jagd beginnt

Die Kernelemente der Reihe sind im Prinzip schnell erklärt. Ihr schlüpft in die Rolle eines Jägers und müsst als solcher wilde Kreaturen, die sich durch die Fantasy-Welt bewegen, fangen oder töten. Zu Beginn konzentriert ihr euch dabei noch auf eher kleine und schwächliche Wesen, doch im Laufe der Zeit wird eure Beute immer größer und vor allem auch gefährlicher. So verbessert ihr nach und nach eure Jagdausrüstung und eignet euch zusätzliches Wissen an, um irgendwann auch das größte Monster zu Fall zu bringen.

Was zu Beginn noch recht simpel klingt, entpuppt sich jedoch recht schnell als komplexes Unterfangen, bei dem eine Vielzahl unterschiedlicher Gameplay-Elemente zum Tragen kommen. Besonders als Anfänger kann man dabei recht schnell den Überblick verlieren. Und während man für Monster Hunter: World viele Aspekte des Gameplays entschlackt und somit zugänglicher gestaltete, macht euch dieses “klassische” Monster Hunter vor allem im Einstieg das Leben schwer.

In eurem Haus könnt ihr eure Ausrüstung anpassen und euch auf die Jagd vorbereiten

Aller Anfang ist schwer

So werdet ihr, nach einer eher rudimentären Charaktererstellung, bereits ins Spiel geworfen. Eine wirkliche Story, abgesehen von “ihr seid der neue Jäger und sollt daher Jagen”,  bietet der Titel jedoch nicht.

Ortschaften bilden den Ausgangspunkt für die Jagd. Zudem erhaltet ihr hier neue Missionen

 

Ihr startet in Bherna, wobei das Dorf und die weiteren Ortschaften die ihr im Verlaufe des Spiels besucht, als HUB-Welten dienen. Hier könnt ihr Jagdmissionen annehmen, eure Ausrüstung bei diversen Händlern oder Schmieden aufstocken, und zudem eure Kameraden pflegen. Um euch diese grundlegenden Gameplay-Aspekte näher zu bringen, werdet ihr während der ersten Spielstunden vom Dorfvorsteher auf simple Trainingsmissionen geschickt. Diese geben euch einen ersten Überblick über das Kampfsystem, das Verhalten von Monstern, sowie diversen Jagd-Taktiken. Prinzipiell klingt das schonmal ganz gut, doch tatsächlich kratzen diese Trainingsmissionen nicht einmal an der Oberfläche dessen was möglich ist. Daher bleiben auch danach noch viele Fragen offen. Zudem gestaltet sich dieser Einstieg, speziell für Newcomer, recht zäh. Ihr werdet viele Stunden im Startgebiet verbringen und zudem häufig im Menü nachschlagen müssen, wie diverse Dinge im Spiel funktionieren.

Zudem können schon grundlegende Elemente, wie die Wahl der richtigen Waffe, für Einsteiger erschlagend wirken. Denn tatsächlich könnt ihr in Monster Hunter Generations Ultimate zwischen 14 verschiedenen Waffengattungen wählen, die größtenteils über unterschiedliche Steuerungsschemata verfügen. Von langsamen, aber machtvollen Langschwertern und Äxten, über schnelle Dolche, bis hin zu diversen Fernwaffen, wie Bögen oder Gewehren, ist alles vertreten was das Jägerherz begehrt. Doch wer jede Waffengattung und ihre Fähigkeiten erst einmal ausprobieren möchte, wird hier nochmals einige Stunden investieren müssen.

Jäger und Sammler

Sind die Trainingsmissionen schließlich erledigt, geht schon bald der Ernst des Lebens los. Zumindest theoretisch. Denn an dieser Stelle bekommt ihr nochmals eine Reihe sehr simpler Missionen aufgetragen, denen ihr euch nun ohne Unterstützung widmen sollt. Bevor die Spielwelt sich weiter öffnet und neue Gebiete besucht werden können, müsst ihr diese komplett erledigen. Dies ist zwar für Anfänger eine praktische Wiederholung des gelernten, doch Kenner der Reihe dürften von den einfachen Aufgaben schnell gelangweilt sein. Zudem habt ihr zu diesem Zeitpunkt bereits viele Stunden im Startgebiet verbracht, wodurch sich langsam eine gewisse Monotonie breit macht. Doch durchhalten lohnt sich!

Denn tatsächlich ist eine gewisse Kenntnis der Spielwelt von unschätzbarem Wert. Da ihr für jede Mission nur begrenzt Zeit habt, ist es überaus hilfreich zu wissen, wo ihr welche Pflanzen oder Kreaturen finden könnt. So spart ihr euch unnötiges Herumgerenne und könnt feindseligen Kreaturen aus dem Weg gehen.

Durch die detaillierte Karte habt ihr immer den Überblick

 

Zudem werdet ihr euch bald gezielt auf die Suche nach diversen Objekten machen, die ihr benötigt um neue Waffen und Rüstungen herzustellen, oder zu verbessern. Und auch dafür braucht ihr zum Teil spezielle Ausrüstung. So lassen sich mittels Spitzhacke Mineralien abbauen, mit einem Netz fangt ihr Insekten und ein obligatorisches Angel-Minigame ist natürlich auch vorhanden. Die wichtigsten Zutaten, wie Krallen, Pelze oder Knochen, gewinnt ihr jedoch aus den Überresten besiegter Monster. Hierbei gilt natürlich, je stärker das Monster, desto wertvoller die daraus gewonnenen Materialien.

Dabei ist die Auswahl an unterschiedlichen, an eurem Charakter sichtbaren Ausrüstungsteilen wirklich enorm! Die verschiedenen Rüstungsteile und Waffen kommen im Regelfall mit unterschiedlichen Werten daher, wodurch ihr eure Ausrüstung im Laufe der Zeit dem eigenen Spielstil anpassen könnt. Zudem sind die Ausrüstungsgegenstände wirklich cool und abwechslungsreich designt. Durch diese Jagd nach der besten Ausrüstung (und somit immer stärkeren Monstern), schnellt die Motivation in ungeahnte Höhen. Doch gebt Acht! Die Jagd nach mächtigen Kreaturen ist kein Zuckerschlecken.

Gut Ding will Weile haben

Wie bereits erwähnt, greifen in Monster Hunter Generations Ultimate viele unterschiedliche Gameplay-Elemente ineinander. Am deutlichsten wird das während der Jagdmissionen. Denn mit simplen verkloppen von Monstern, ist es hier oftmals noch nicht getan. Natürlich ist es wichtig, dass ihr eure Waffen beherrscht und effektiv einsetzen könnt, was für sich genommen schon etwas Einarbeitung erfordert. Das Spiel spart sich Erklärungen zu den Feinheiten des Kampfsystems komplett auf, wodurch man gerade zu Beginn häufiger in die Luft schlägt, als effektive Kombos zu starten. Dies kommt einerseits durch die Doppelbelegung mehrerer Tasten, andererseits durch die allgemein etwas sperrige Steuerung.

Und auch der Einsatz diverser Fallen, sowie von Lockmitteln, wird euch erst nach einer gewissen Übung in Fleisch und Blut übergehen. Wollt ihr das Biest beispielsweise fangen, so solltet ihr es zuvor im Kampf schwächen und dann im richtigen Moment in eine Falle locken. Hier den exakten Moment abzupassen, gestaltet sich als recht schwieriges, aber dennoch motivierendes Unterfangen.

Ein dicker Brocken!

 

Neben dem eigentlichen Kampf und der Verwendung von Fallen gibt es noch weitere Aspekte, die während einer Jagd beachtet werden müssen. So verliert euer Jäger mit der Zeit an Ausdauer, die mittels Nahrungsrationen wieder aufgefüllt werden will. Auch eure Klinge wird mit der Zeit stumpf, wodurch regelmäßiges Nachschleifen für eine erfolgreiche Jagd unerlässlich wird, da ihr ansonsten kaum noch Schaden verursacht.

Stolpersteine

Zudem sollten auch die Eigenheiten eurer Beute vor der Jagd beachtet werden. Benutzt ein Monster Gift, ist es daher ratsam eine bestimmte Menge Gegengift mitzunehmen. Versteckt sich die Bestie in einem heißen oder extrem kalten Gebiet, benötigt ihr zudem noch bestimmte Items, die euch vor diesen äußeren Einflüssen schützen. Doch Vorsicht: Anders als in Monster Hunter: World, könnt ihr hier nicht gleichzeitig laufen und ein Item einsetzen. Waffe wegstecken, stehen bleiben und dann erst das Item einsetzen. Das ist im ersten Moment nicht nur unpraktisch, sondern (da ihr während des Item-Einsatzes ungeschützt seid) auch enorm gefährlich. Die clevere Verwendung eurer Objekte ist daher Pflicht.

Ein saftiges Steak füllt die Ausdauer schnell wieder auf. Jetzt nur nicht verbrennen lassen

 

All diese Möglichkeiten und Eventualitäten im Blick zu behalten und im richtigen Moment darauf zu reagieren, mag im Einstieg noch den manche Spieler überfordern. Doch wie bereits erwähnt, lohnt es sich dran zu bleiben. Denn sind diese ersten Stolpersteine überwunden, entfaltet sich ein abwechslungsreiches Abenteuer, bei dem ihr selbst entscheiden könnt, wie ihr vorgehen wollt. Und gerade weil es teilweise recht schwierig und zeitaufwändig ist die Kreaturen zu besiegen, stellt sich nach einer erfolgreichen Jagd ein enorm befriedigendes Gefühl ein. Besonders beim kooperativen Spiel mit einem Kumpel!

3DS Altlasten

Monster Hunter Generations Ultimate sieht dank HD-Update richtig gut aus. Die Umgebungen warten mit vielen Details auf, besitzen eine glaubwürdige Lichtstimmung und sind insgesamt abwechslungsreich gestaltet. Auch der eigene Charakter, sowie die vielfältigen Monster überzeugen mit verhältnismäßig vielen Details. Dennoch ist es absolut ersichtlich das es sich bei dem Spiel “nur” um die aufgehübschte Variante eines 3DS Titels handelt. Wer also die Optik eines Monster Hunter: World erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Zudem gibt es hier keine große offene Welt, sondern in einzelne Areale unterteilte Gebiete. Diese sind außerdem durch kurze Ladezeiten voneinander getrennt, was bei häufigen Gebietswechseln schnell an die Nerven gehen kann.

Ansonsten ist es noch verwunderlich, dass die Switch-Version “nur” mit konstant 30 FPS auskommt. Während es die ursprüngliche 3DS-Version des Titels auf 60 Bilder pro Sekunde brachte.

Fazit

 

Monster Hunter Generations Ultimate

von am 14.09.2018

Das größte Problem von Monster Hunter Generations Ultimate ist die enorme Einstiegshürde. Doppelt belegte Tasten und eine allgemein eher sperrige Steuerung, tragen hier ebenso dazu bei wie die mannigfaltigen, aber im ersten Moment unübersichtlichen spielerischen Möglichkeiten. Hat man den Einstieg erstmal überwunden und sich an Steuerung und Kampfsystem gewöhnt, entfaltet sich jedoch ein abwechslungsreiches, wie auch enorm umfangreiches Abenteuer. Dabei punktet das Spiel besonders durch die vielfältigen Jagdstrategien, sowie die toll designten Monster. Der fordernde Schwierigkeitsgrad und der taktische Anspruch der Jagd tun ihr übriges, um für viele Stunden zu fesseln.  

Grafik – 80

Sound – 75

Gameplay – 82

Spieldesign/Spielwelt – 80

Spielspaß/Atmosphäre – 83

 

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