Beflügelnd und erleuchtend – CHILD OF LIGHT im Review

Beflügelnd und erleuchtend – CHILD OF LIGHT im Review

von am 15.05.2014 - 21:00

Autor: Daniel Machut

Aktuell herrscht noch Ebbe auf dem Spielmarkt der NextGen-Konsolen, aber zumindest werden die Playstation 4 und Xbox One mit einigen Arcade-Perlen versorgt, bei denen es sich durchaus lohnt einen Blick zu riskieren. Hierzu gehört auch das preiswerte Rollenspiel ‘Child of Light’.

Ein Gedicht im Gemälde

Optisch und sprachlich offenbart sich uns bei Child of Light ein kleines Kunstwerk. Das gesamt Szenario ist gezeichnet und erinnert mehr an ein Bild aus einem klassischen Märchenbuch. Dieser Effekt ist auch absolut stimmig mit der Geschichte. Sämtliche Figuren, einschließlich der Gegner ergeben ein stimmungsvolles, harmonisches Gesamtbild, welches durchweg überzeugt. Auch das sich das Spiel überwiegend nur in 2D präsentiert stört keineswegs.

Child-of-Light-Announcement-Trailer-Beware-of-the-Night-UKSprachlich erinnert das Spiel ein wenig an Shakespeares ‘Ein Sommernachtstraum’, ohne dabei zu verwirren oder irgendwie abgehoben kompliziert zu sein. Jeder Sprechblasen-Dialog entpuppt sich als kleines Gedicht und auch die Erzählerin, die in manchen Kapitelüberleitungen zu hören ist, fügt sich schön in das Geschehen ein. Die Charaktere bringen die nötige Ernsthaftigkeit mit, aber auch an ausreichendem Humor mangelt es dem Spiel zu keiner Zeit.

Den restlichen Beitrag zur malerischen Kulisse trägt der Soundtrack bei, der zu jeder Zeit den richtigen Ton trifft. Meist sind es getragene Klavierklänge die nebenbei den Gehörgang streicheln und in Kämpfen entsprechend an Fahrt zulegen um ein wahrhaft episches Gefühl zu erzeugen. So bieten auf jeden Fall die äußeren Faktoren den perfekten Grundstein für ein gelungenes Game.

märchenhafte träumerei

Die Geschichte ist zwar simpel gestrikt, aber kreativ gestaltet. Kurz nach dem Tod seiner Gattin verstirbt die jüngste Tochter des Königs. Doch die kleine Aurora erwacht im zauberhaften Land Lemuria wieder zum Leben. Sie selbst hält alles für einen Traum. Relativ schnell lernt sie ihren ersten Weggefährten kennen. Es handelt sich hierbei um ein Glühwürmchen, dass sich sowohl für die Geschichte als auch beim Gameplay als entscheidende Figur entpuppt. Aurora erfährt, dass das Land von der bösartigen Königin Umbra ins Dunkel gestürzt und seither von finsteren Kreaturen heimgesucht wurde. Doch die kleine Prinzessin, so gutmütig und großherzig sie auch ist, möchte vorallem erstmal zurück zu ihrem Vater. Das Schicksal hat natürlich einen viel größeren Plan mit Aurora und so gerät sie in ein magisches Abenteuer, welches in der Tat ein paar überraschende Wendungen zu bieten hat.

entdecken und stärker werden

Das Spiel bietet trotz 2D-Landschaft dennoch Einiges zu entdecken. Egal ob man sich in der Luft oder am Boden bewegt, kann man Schatztruhen plündern, ‘Bekenntnisse’ sammeln, die Hintergrundwissen vermitteln und magische Staubembleme ergattern. Außerdem wird man beim Erforschen der Umgebung feststellen, dass so manche Felswand auch einen versteckten Eingang in sich birgt, den man durch das Ausleuchten mit seinem Glühwürmchen sichtbar macht, sofern man nicht durch Zufall hinein stolpert.

In den Schatztruhen verbergen sich meistens Tränke und Edelsteine, die man hier als Oculi bezeichnet. Diese Oculi lassen sich kombinieren und schließlich an der jeweiligen Waffe, Rüstung oder am Fähigkeiten-Slot anfügen, um die entsprechenden Zuordnungen aufzuwerten. Hier handelt es sich um klassische Eigenschaften, wie zum Beispiel zusätzliche Stärke und Magieresistenz. Die Oculi kann man aber auch jederzeit austauschen oder zwischen den Charakteren neu verteilen. Magische Staubembleme hingegen kann man nur einmalig bei den unterschiedlichen Charakteren einsetzen , dafür bieten sie aber, neben dem klassischen EP-Levelprinzip, den höchsten Wert an Attributpunkten. Genauso selten sind sie aber auch zu finden.

Col 1Ansonsten sammelt man seine Erfahrungspunkte und verteilt dadurch gewonnene Fertigkeitspunkte auf die drei Skillbäume, welche die Charaktere durchschnittlich aufweisen. Die unterschiedlichen Ausrichtungen machen hier auch durchaus Sinn und es hat auch jede Spielfigur wirklich einzigartige Fähigkeiten, die es taktisch auszuspielen gilt.

Das Kampfsystem ist unkompliziert, rundenbasiert und bietet eine kleine Raffinesse im Umgang mit dem Glühwürmchen, das seperat gesteuert wird und Gegner blenden kann, welche dadurch zeitlich ausgebremst werden. Außerdem kann der kleine Begleiter die kämpfenden Figuren heilen und wird dadurch besonders in Boss-Kämpfen zu einem entscheidenden Helfer.

langzeitspielspaß oder kurzatmiges Vergnügen ?!

Wie bei jedem Rollenspiel zieht oder verkürzt sich die Spielzeit je nachdem wie intensiv man Kämpfe führt und die Umgebungen untersucht, aber für einen kompletten Durchgang kann man ungefähr 12-14 Stunden einplanen, dies aber auch nur, wenn man intensiv forscht und auch versucht alle Nebenmissionen zu erfüllen. Für ein Rollenspiel ist das natürlich keine sonderliche Dauer, aber zumindest bietet das Spiel die Möglichkeit nach Abschluss der Kampagne weiter die Welt zu erkunden und seine Figuren auf das Maximum zu leveln. Für Perfektionisten natürlich eine anständige Option.

Wer in den entsprechenden Stores nach Add-Ons geforscht hat, wird festgestellt haben, dass man sich Oculi und Stäube auch gegen Bares besorgen kann. Aber keine Sorge – das ist eigentlich zu keiner Zeit nötig und vielleicht doch eher eine Option für Powergamer, die zu viel Geld haben.Das einzige Add-On das sich eventuell lohnen könnte ist das Golem-Pack, bei dem es einen Golem als zusätzlichen spielbaren Charakter zu erwerben gibt, aber selbst diese Option ist zu keiner Zeit entscheidend für den Spielablauf.

Für 14,99 € ist der Umfang des Spiels insgesamt absolut ausreichend und macht die leider verhältnismäßig kurze Spielzeit dennoch zu einem wahren Genuss. Child of Light ist natürlich nicht nur für die beiden NextGen-Konsolen erhältlich, sondern ebenfalls für die Wii U, Playstation 3, Xbox 360 und den PC.

Fazit

Ubisofts kleines Rollenspiel präsentiert sich kunstvoll und ist ein angenehmer Titel zum Runterkommen und Entspannen, unterhält für seine 15 € aber dennoch auf ganzer Linie.

WERTUNG: 7,5/10

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