Call of Duty: Ghosts angespielt

Call of Duty: Ghosts angespielt

von am 26.09.2013 - 11:06
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Die gamescom ist seit einiger Zeit vorbei, alle Welt ist nun fast ausschließlich mit GTA V beschäftigt. Alle Welt? Nein, eine kleine Redaktion in Bayern hat die Ablenkung genutzt und sich auf ein Event in München geschlichen. Was dort präsentiert wurde, mögen sich einige fragen? Einer der ganz großen Titel im kommenden Weihnachtsgeschäft: Call of Duty: Ghosts. Wir haben für euch einen exklusiven Blick darauf werfen dürfen und können euch sagen, ob da der Knaller des Winters auf uns zukommt!

“Nicht schon wieder ein neues Call of Duty!”, “Endlich kommt das neue Call of Duty!”. Das sind wohl die zwei am öftesten zu hörenden Kommentare, wenn es um das neue Call of Duty geht. Die einen sind genervt von der fast schon fließbandartigen Produktion der Spielereihe, die anderen gieren jedes Jahr wieder auf eine neue Story und einen verbesserten Multiplayer.

Wir haben ein exklusives Ghosts-Event im beschaulichen Münchner Norden besucht und uns genau angeschaut, was denn da auf uns zukommt: unkreative Neuauflage bekannten Materials oder innovative Neuerfindung einer langen Spielreihe?

Die Story

Die Story bringt mehr oder weniger ein Novum in die Call of Duty-Reihe. Dieses Mal ist man ausnahmsweiße mal nicht auf Weltfriedenstourne durch diverse östlich gelegene Länder, kämpft gegen Russen oder verhindert einen neuen Atomaren Holocaust. Der ist nämlich schon geschehen. Nur dieses Mal in Amerika selbst.

Ghosts spielt in einer fiktiven Zukunft, in der es neben der USA die verfeindete Supermacht Die Förderation gibt. Um sich gegen diese zu wehren, haben die USA im Weltall Odin gebaut. Eine Waffe, die extrem zerstörerische Geschosse Richtung Erde senden kann. Die Kampagne beginnt auch dort im All. Man spielt einen Astronauten, als plötzlich Soldaten der Förderation die Raumstation kapern und mit Odin diverse Städte der USA bombardieren, bevor man den tödlichen Satelliten zerstören kann.

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Nach diesem Schlag sind die USA derart geschwächt, dass sie von der Föderation von Südamerika aus angegriffen und überrannt werden. Man selbst spielt in diesem Szenario, das leicht an Homefront erinnert, einen Widerstandskämpfer, der nach einiger Zeit mit seinem Bruder auf die sogenannten Ghosts trifft. Die Ghosts sind die letzte verbleibende Elitetruppe, die noch Schrecken unter der Förderation verbreitet. Ihren Namen verdanken sie Masken, mit denen sie ihre Identität geheim halten.

Wer sich nicht von der, wie es bislang aussieht, noch größeren Portion Amerika-Patriotismus abeschrecken lässt, bekommt dieses Mal also tatsächlich eine etwas andere Story präsentiert.

Multiplayer

Immer diese Sache mit dem Multiplayer. Wirklich viel kann man ja an seit Jahren bestehenden Spielmodi, die sich bewährt haben, ohnehin nicht ändern. Jedoch gibt es kleine Dinge, an denen man schrauben kann, um das Spielerlebnis teils doch recht stark zu verändern. Infinity Ward hat versucht so viel wie möglich zu verändern, ohne den Charakter von Call of Duty zu verändern. Und das hat soweit wir beurteilen konnten auch geklappt.

Customization

Ja der Customization-Wahn der Spieleindustrie wird immer größer. Oft mit absurden Folgen. Bei Ghosts hat man jedoch endlich einen sehr vernünftigen Schritt gewagt: man kann auch als Frau spielen. Das ist neu und sehr löblich. Ansonsten gibt es die üblichen Möglichkeiten seinen Charakter zu verändern. Man kann fast beliebig am Aussehen herumbasteln: Verschiedene Frisuren, Gesichter, Outfits oder Charakterhintergründe.

Interessant wird es wiederum in Sachen Waffen und Fähigkeiten. Im Gegensatz zum Dauerkonkurrenten Battlefield kann man sich hier die Klassen doch sehr frei zusammenstellen. Die ungefähre Waffenrichtung ist teils vorgegeben, jedoch kann man aus insgesamt 30 neuen Waffen, die zusätzlich zum alten Arsenal vorhanden sind, auswählen und Zweitwaffen, sowie zusätzliche Spielereien völlig frei zusammenstellen. Dabei hat Infinity Ward seine Hausaufgaben gemacht. Da beispielsweise viele Spieler das C4 gleich beim Aufkommen explodieren lassen, wurde eine Rohrbombe eingefügt, die beim Aufprall sofort explodiert.

Neben den Waffen gibt es natürlich auch noch die passiven, sowie aktiven Fertigkeiten. Passiv sind das die Perks. Hier hat man eine enorm große Auswahl aus verschiedenen Kategorien. Wir konnten nur einige wenige ausprobieren, die uns jedoch bereits gefallen haben. So gibt es beispielsweise einfache aber sehr nützliche Perks, wie während dem Sprinten nachladen können oder seine Position auf der Karte nach einem Kill nicht zu verraten. Und dann gibt es da noch richtig effektive Perks, die beispielsweise die Waffe mit jedem Kill etwas stärker werden lassen. Letzteres ist für Scharfschützen ungemein nützlich, da es nach einigen Kills bereits reicht, einfach nur den Körper des Feindes zu treffen. Dabei hat man eine bestimmte Punkteanzahl zur Verfügung, um sich Perks auszusuchen. Starke sind natürlich um einiges teurer, als einfache, normale.

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Aktive Fertigkeiten sind die Stricke Packages, die während des Spielens durch Killserien freigeschalten werden. Aussuchen kann man sich eins von drei Packages mit Fertigkeiten oder Boni verschiedener Arten. Assault, was die offensive Kategorie darstellt, Support als eher passive Kategorie und Specialist, das uns nicht näher vorgestellt wurde. Auch hier wurden Klassiker, wie nach wenigen aufeinanderfolgenden Kills vom Radar zu verschwinden, mit neuen vermischt, wie zum Beispiel einem Kampfhund, der einem als Beschützer zur Seite steht. Die Packages kann man sich vielseitig zusammenstellen und sie peppen das Spiel sinnvoll auf.

Neue Modi, tolle Squads

Um den Spielspaß auch über Jahre aufrecht zu erhalten, ist es natürlich unerlässlich neue oder verbesserte Spielmodi einzuführen. Auch hier konnte uns Ghosts überzeugen. So wurden normale Team Deathmatches aufgepimpt durch den Modus Search and Rescue, bei dem man kurze Zeit nach dem Tod eines Kameraden sein Dog-Tag aufsammeln kann, um diesen so wiederzubeleben. Auch gibt es neue Modi, wie Blitz. Im Endeffekt eine veränderte Variante von Capture the Flag, bei der man schlicht in der gegnerischen Base in ein Portal hüpft und in der eigenen wieder heraus kommt. Gewonnen hat ein Team, wenn eine bestimmte Anzahl von diesen Portaldurchläufen erreicht wurde. Für Progamer ist dieser Modus eher etwas nervig, für Anfänger jedoch extrem spaßig, da man auch sehr gut sein kann ohne viel direkte Konfrontation. Man muss lediglich kluge Wege finden und unbemerkt bleiben. Ein weiterer neuer Modus, den wir anspielen konnten, war Cranked. Hier läuft nach einem Kill ein 30 Sekunden Timer runter. Erzielt man in dieser Zeit keinen weiteren Kill, stirbt man. Das macht den Modus extrem rasant und sehr spaßig, das Spiel wird so viel offensiver, die Teams gehen deutlich stärker aufeinander zu und suchen die Konfrontation mit dem Gegner. Zudem freut man sich über einen Kill noch deutlich mehr als zuvor.

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Auch an den Squads wurde geschraubt. Sie sind nun einer der Hauptpunkte des Multiplayers mit einem eigenen Squad-Multiplayersystem inklusive eigener Modi. Hier ist alles auf das Teamplay über Squads ausgelegt. Das geht entweder Solo – was im Übrigen auch Multiplayer XP gibt, nur nicht ganz so viele wie online – im Co-op oder im normalen Multiplayer, die Modi sind bei allen drei Varianten die gleichen. Diese sind beispielsweise Squad vs Squad, bei dem schlichtweg zwei Squads gegeneinander antreten müssen. Interessant ist jedoch auch Squad Assault, bei dem ein Team von Freunden oder ein eigens zusammengestellter Squad gegen eine schlaue KI antritt und so lange wie möglich bestehen muss.

Neu im Multiplayer ist zudem Clan Wars, das dem Krieg zwischen den Clans noch einmal neue Reize geben soll. Clan Wars läuft im zweiwöchentlichen Rhytmus, bei dem Clans die Oberhand über bestimmte Bereiche auf der Clan Wars Map gewinnen, Erfolge als Erste erreichen oder bestimmte Aufgaben lösen können. Das wird die Motivation der Clans definitiv noch einmal pushen, da die Erfolge schlicht noch deutlicher sichtbar sind, alle zwei Wochen aber wieder neu erkämpft werden müssen.

Alle Grenzen durchbrechen

Eine weitere Änderung, die uns sehr überzeugt und positiv überrascht hat, ist die neue Call of Duty-ID. Sozusagen euer Spieleaccount. Zugegeben, Accounts sind keine neue Erfindung, jedoch hat Infinity Ward dem einen unglaublich nützlichen Zusatz spendiert: Sie ist Platformübergreifend!
Geht ihr also zu einem Kumpel und wollt dort auf dessen Konsole oder PC Ghosts zocken, könnt ihr einfach eure ID downloaden und sofort mit eurem Account weiter spielen. Das geht nicht nur von Playstation zu Playstation, sondern auch von Playstation zu Xbox oder Xbox zu PC. Natürlich auch von dieser Generation zur nächsten. Euer Profil ist also nicht mehr Platformgebunden und kann überall dort gespielt werden, wo Ghosts installiert ist.

Fazit

In den letzten Jahren hat Call of Duty durch den blinden Fortsetzungswahn oftmals nicht gerade überzeugt. Multiplayer Präsentationen neuer Titel konnten uns oft nur ein müdes Lächeln abringen, da meistens kaum wirklich gute oder neue Ideen vorhanden waren. Ghosts hat es jedoch geschafft, wieder mehr Interesse zu wecken. Die Story ist endlich mal anders und interessanter als bei den letzten Spielen gestaltet. Der Mutliplayer kommt mit sinnvollen Verbesserungen und einigen wirklich guten, neuen Einfällen daher. Ob das Ganze dann auch langfristig den Spielspaß pushen und der Reihe frischen Glanz verleihen wird, muss sich noch zeigen. Wir sind jedoch zuversichtlich!

Call of Duty: Ghosts erscheint am 5. November für die Xbox 360, PS3, Wii U und den PC. Die PlayStation 4 und Xbox One werden erst an ihren Launch-Terminen mit dem Spiel beglückt.

Über Lukas Alverdes

Lukas ist Redakteur bei Krautgaming und das schon seit den frühesten Anfängen der Seite. Seine Begeisterung für Spiele ließ schon fast jede erdenkliche Art von geschriebenen Liebeserklärungen an diese durch die Weiten Internets geistern. Lukas studiert zudem Sport in München und stellt somit das lang gesuchte Bindeglied zwischen Gaming-Nerd und Sport-Adonis dar.

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