PlayStation 4: Neue Infos von der Sony Pressekonferenz
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Sony geht auf dezenten Konfrontationskurs. Bei der traditionellen Pressekonferenz am Vorabend der gamescom zeigte der japanische Hersteller der versammelten Presse eindrucksvoll, wie man sich die Zukunft des Videospieles vorstellt. Und wir müssen eindrucksvoll zugeben: Wir sind begeistert!

Shuhei Yoshida, Präsident des Sony Worldwide Studios, betritt die dunkle Bühne. Er setzt sich auf einen scheinbar bequemen Ledersessel und nimmt den Dual Shock Controller in die Hand. Wir sehen ein grünes Bild auf der meterhohen Leinwand, ein Fehler, der uns erahnen lässt, dass wir nun kein Video sehen.

Dann bekommen wir die Weltpremiere des PlayStation 4 User Interface zu sehen. Yoshida stöbert geradezu elegant durch die Menüs, alles erscheint hoch detailliert, aber dennoch aufgeräumt. Infos über Spiele und Achievements und unseren Fortschritt im Spiel, Videos und Livestreams von anderen Spielern und die Möglichkeit, direkt und mit einem Klick vom Livestream in das Multiplayer-Match von Killzone: Shadow Fall mit einzusteigen. Zu Beginn der Pressekonferenz bekamen wir direkt einen Hauch der Macht der PlayStation 4 zu spüren.

It’s aLl about the games!

Man merkt sofort, bei dieser PlayStation 4 Präsentation soll es nicht um Fakten gehen, auch Sony hat verstanden, dass man mit Geekporn und Hardwarebenchmarks keine Konsolen mehr verkauft. Also gehen die Japaner einen klaren Weg und zeigen Emotionen, sie konzentrieren sich auf das, was im Zentrum des Erlebnisses steht: Der Spieler und sein Spiel.

Damit möchte sich Playstation so weit wie möglich von Hauptkonkurrent Xbox One absetzen. Kein Schnickschnack, keine Zwänge, nur Spiele. Und davon eine Menge! Sony vergisst nicht zu betonen, dass sie neben einem hervorragendem AAA-Lineup auch eine weitere Zielgruppe bedienen möchten. Während der Pressekonferenz nahm Sony sich viel Zeit, um seine Beziehung zu Inddpendent Entwicklern zu glorifizieren und die Vorteile aufzuzeigen, welche die PS4 mit sich bringt.

Sony bezeichnet die PlayStation 4 selber als Konsole “Von Spielemachern, für Spielemacher”. Eine gute Idee auf den Bildschirm und zum Spieler zu bringen soll so einfach wie nie sein, diese These wird unterstrichen von der nahtlosen Unterstützung der in der Basis-Version kostenlosen Unity Engine und der Möglichkeit des Self Publishings für kleine Teams.

Mit der Schlagkraft eines Blockbuster AAA-Lineups und der Innovationskraft der Indie Titel erhofft sich Sony eine “Renaissance des Spielens”. Und Sony scheint nicht zu kleckern, was AAA angeht, derzeit entwickeln 14 Studios auf 3 Kontinenten exklusive Titel für die Playstation 4.

Remote Play

Es ist das dominierende Feature der Nintendo Wii U und mit der PlayStation 4 klaut Sony eben die USP. Denn mit Remote Play löst Sony ein bekanntes Problem aller Gamer. Sie malten folgendes Szenario:

Gamer spielt gemütlich Assassin’s Creed: Black Flag auf seiner PlayStation 4. Nicht-Gamer (Mutti oder Freundin) möchte an den Fernseher, um TV zu schauen und vertreibt den Gamer. Denn mit einer PlayStation 4, einer Vita und Remote Play ist das kein Problem! Die PlayStation 4 übernimmt die schweren Berechnungen und schickt die Ergebnisse über WLAN an die Vita, welche das Spiel darstellt und als Controller fungiert.

Remote Play ist nur eines von vielen Features, welche eine starke Verbindung von PlayStation Vita und PS4 etablieren. Mit Cross Play, plattformunabhängigen Titeln und vielem mehr bietet Sony mit der PS4 endlich echte Anreize, sich eine Vita zuzulegen.

Das Drumherum, eigentlich unwichtig

Natürlich funktioniert eine PlayStation 4 auch nicht ganz ohne Home Entertainment. So kündigte Sony für Deutschland Partnerschaften mit Watchever und Maxdome an, dem On Demand Filmgenuss aus dem Internet steht auch mit einer PS4 nichts im Wege.

Auch dem Musikgenuss genügt Sony, der hauseigene Dienst “Music Unlimited” steht natürlich auch auf der Konsole zu Verfügung, gemeinsam mit dem oft geforderten Feature bei Spielen im Hintergrund seine eigene Musik abspielen lassen zu können.

Die PlayStation 3

Ebenfalls nicht vergessen hat Sony die PlayStation 3. Es wird ausgiebig vom anhaltenden Wunsch gesprochen, dass man Spieler mit einer PS3 auch weiterhin unterstützen möchte. Sony möchte vermeiden, dass aus der PS3 sofort eine Konsole zweiter Klasse wird und auch noch weiterhin die vermeintlich alte Hardware unterstützen.

Betrachtet man die lange Zeit, in welcher PlayStation 2 und PlayStation 3 nebenher liefen, erscheint es durchaus realistisch, dass Sony auch seine Bestandskunden weiterhin gut behandeln wird. Auch soll die Kundenbasis in diesem Marktsegment ausgebaut werden, der Preis für die 12GB Version der PlayStation 3 wurde auf 199€ gesenkt.

Auch für Spieler, die über ein zeitnahes Upgrade von 3 auf 4 nachdenken, bietet Sony Einiges an Anreiz. Denn beim Kauf eines der kommenden AAA Titeln für die PlayStation 3 Version erhaltet ihr – Trommelwirbel, wait for it, der Saal hat hier förmlich die Luft angehalten – eine stark vergünstigte Version der PlayStation 4 Version. Ja, auch bei uns im Saal gab es ein kurzes Raunen, weil wir eigentlich alle ein “kostenlos” erwartet haben, aber in diesem Konsolenkrieg ist noch alles möglich!

Unser Fazit

Mit den neuen Infos, welche Sony uns im Laufe der Pressekonferenz hat zukommen lassen, beweisen zumindest eines: Man hat den Core-Gamer als Zielgruppe verstanden. Als Spieleveteranen fühlen wir uns doch geschmeichelt, die Frage ist jedoch, ob das für ein langfristiges Überleben reicht?

Bis jetzt steht Sony jedoch noch recht gut da, sind doch schon über 1 Millionen Vorbestellungen die eigene Next-Gen Konsole eingangen. Mit den Zahlen wird plötzlich klar, warum Microsoft sich zur massiven Aufwertung der “Day One Edition” der Xbox One genötigt sieht.

Wie seht ihr das, was Sony hier präsentiert hat? Seid ihr zufrieden, oder hättet ihr mehr erwartet? Erzählt es uns in den Kommentaren.

Über Hendrik Luehrsen

Hendrik ist Projektleiter und Gründer von Krautgaming. Nach seinem Ausstieg beim Web-TV Sender wollte er seiner Liebe zum Thema Videospiele weiterhin Ausdruck verleihen und gründete so Krautgaming. Heute ist Hendrik Geschäftsführer bei der Agentur Luehrsen // Heinrich und kümmert sich hauptsächlich um die technische Weiterentwicklung und Koordination der Plattform.

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