Xbox One: Die Community, die dich hasst, bevor sie dich kennt
  • Start
  • Kommentare

Lange haben wir auf die Xbox One gewartet, noch viel länger haben wir spekuliert. Doch seit einer Woche sind 2 Dinge sicher: Zum einen, dass die Konsole euer Wohnzimmer übernehmen soll und zum anderen, dass ein gewisser Teil der Community nichts besseres zu tun hat, als sie bereits abzuurteilen und zu hassen. Ich habe mir eine Woche lang Kommentare, Artikel und so manchen Blödsinn durchgelesen und bin zu dem einen richtigen Entschluss gekommen: Reißt euch mal zusammen!

Nach der doch enttäuschenden Pressekonferenz von Sony zum Thema “Let’s talk Playstation (4)”, blickten alle gespannt auf Microsoft und hofften, dass man dieses Mal wenigstens mehr als Grafikengines der nächsten Generation zu sehen bekommt. Lange ließ uns der Remonder Konzern warten und verschob den Termin der offiziellen Enthüllung sogar noch um einen ganzen Monat, weil inoffizielle Leaks im Netz drohten den Schein der tatsächlichen Enthüllung zu trüben. Das zusätzliche Warten war wohl kalkuliert und so blickten die Augen der Gaming-Welt gespannt nach Kalifornien, als es hieß: “Vorhang auf für eine neue Generation von Entertainment”.

Was musste sich Sony bis zu diesem Tag alles gefallen lassen. Spot und Hohn hatte es geregnet, nachdem man eine Konsole angekündigt hatte, ohne überhaupt Konsole oder Hardware zu zeigen. Alles was man gezeigt hatte, war der wunderbare Controller, welcher dazu nicht einmal weiter aufgeschlüsselt wurde. Es gab sogar Teile der Präsentation, die eine Vorankündigung einer Ankündigung für die E3 Messe diesen Juni waren. Andere Entwickler stellen sich einfach auf die Bühne und teilten uns mit, dass man extra eine neue Engine gebastelt habe und gezeigt wurde uns dann entweder nur das gerenderte Gesicht eines alten Mannes oder eine Techdemo aus dem letzten Jahr. Mein Kommentar war und ist: “Sony, geht’s noch?”

Xbox Media BriefingAll das schien vergessen, als Microsoft mit seiner Präsentation durch war. Die Community schien einen neuen Sündenbock für ihre Unlust und Unzufriedenheit gefunden zu haben. Eine gelunge Präsenation? Ja! Eine unumstrittene Präsentation und indiskutable Fakten? Nein! Aber ein Grund die Beherrschung zu verlieren? Ganz und gar nicht!

Die Konsole

Xbox_Consle_Sensr_controllr_F_BlackBG_RGB_2013Die neue Generation war noch keine Stunde alt, da trieb es die ersten Kollegen schon die Wände hoch. Microsoft kündigte eine Konsole an, die Xbox One, welche alle Features vereinen sollte, die sich Fans der aktuellen Xbox 360 anscheinend gewünscht haben. Eine Bandbreite an Entertainment, die weit über das hinaus ging, was man unter einer Spielekonsole versteht. Live-TV, Social-Media, Gaming etc. sollen unter dem Dach der Xbox One alle anderen Geräte ablösen. Theoretisch eine schöne Vorstellung.

Xbox_Sensor_RHS78_TransBG_RGB_2013Die zweite Komponente der Konsole, Kinect 2, soll wie der Computer der Enterprise eure Xbox steuern. Ihr sprecht mit eurer Xbox. Die Kommunikation mit eurer Konsole geht dabei weit über das hinaus, was wir von der Xbox 360 kennen, denn dort war das alles noch recht unfertig und holprig. Die Xbox One soll sogar antworten können, unbekannte Personen erkennen und sie bitten sich zu identifizieren. Sprachkommandos sind vielfältiger und abwechslungsreicher als jemals zuvor. Inwiefern diese Sprachkommandos aus dem Englischen ins Deutsche einfach so übertragbar sind, wird sich zeigen. Eines wird jedenfalls sehr deutlich, ihr sollt mit eurer Xbox alles steuern, was annähernd mit Entertainment zu tun hat. Das Mikrofon lauscht dabei immer.

Die Technik

Hier was feststeht:

  • Kinect 2 mit 30FpS, 1080p Auflösung, 2GBit per Sec an Daten, um euch zu verstehen und zu sehen, was und vor allem wie ihr es tut. Kinect 2 soll euch begeistern und eurer Wohnzimmer beherrschen!
  • Xbox Live powered by Cloud UND Skype, mehr Power durch 300.000 Xbox One Live Server für größere Spiele, mit mehr Spielern. Intensive Berechnungen können durch die Cloud ausgelagert werden.
  • Social Features wie Facebook, Twitter und das Teilen von Spielevideos und -bildern
  • neuer Controller, mit 40 Anpassungen, “designed by gamers for gamers”
  • 8 GB DDR3 RAM, dem 32 MB ESRAM vorgeschaltet sind
  • AMD CPU, 8 Kernen, 1,6 GHz
  • Wifi Direct
  • ein BluRay Laufwerk, welches die Installation von Spielen zwangsläuftig notwendig macht WIE BEREITS bei der Playstation 3
  • 500 GB HDD, nicht austauschbar aber durch beliebig große externe Laufwerke erweiterbar
  • USB 3.0
  • Revolutionäre Sofware Architektur, die Wartezeiten komplett abschafft.
  • Windows 8 auf der Xbox One und 3 Ebenen des Betriebssystems, die parallel laufen und Hyperthreading spielerisch möglich machen

Die bisher veröffentlichen Spezifikationen sehen also den Details der PS4 sehr ähnlich. Das war so auch zu erwarten. Nicht einmal der unterschiedlich schnelle Arbeitsspeicher wird am Ende ein Argument für oder gegen eine Xbox One sein, da sie mit dem vorgeschalteten ESRAM so gut wie keinen Geschwindigkeitsnachteil hat. Wenn überhaupt können am Ende des Konsolenzyklus jeweils nur exklusive Titel die kompletten Kapazitäten ausschöpfen – Titel, die auf allen Plattformen veröffentlicht werden, werden folglich vor allem am Anfang annährend gleiche Performance bieten und grafisch absolut identisch aussehen.

Das zweite Highlight, Kinect 2, sieht wie eine echte Weiterentwicklung vom ersten Bewegungssensor aus. Darüber hinaus scheint Kinect 2, als wäre es genau das, was man sich für das erste Kinect bereits gewünscht hatte: eine kleine Techniksensation. Der Tiefensensor erfasst jetzt 6 Personen gleichzeitig, tastet euch so gründlich ab, dass einzelne Muskelbewegungen, Fingerbewegungen und sogar die Herzfrequenz errechnet werden können. Die Bewegungssteuerung funktioniert nun fast in Echtzeit, beinahe ohne Verzögerung. Helligkeit und kleine Räume bedeuten der neuen Bewegungssteuerung dabei nichts und somit agiert ihr selbst in schwachen Lichtverhältnissen und kleinen Räumen problemlos.

Der Hass

Wo liegt nun also das Problem? Jüngst gipfelte die Abneigung der Community darin, dass Microsoft sich gewungen sah die Kommentarfunktion ihres offiziellen Youtube-Channels abzuschalten. IGN berichtete sogar, dass nach der Ankündigung der Xbox One gute 75% der 76.000 Teilnehmer ihrer Zufriedenheitsumfrage ganz und gar nicht zufrieden waren. Knappe 22% empfanden die neue Xbox sogar als absolutes Desaster.

Xbox-One-Reveal-Poll-IGN

Als wichtigster und vor allem größter Kritikpunkt gilt selbstverständlich das Always-On-Debakel. So hat man es schon Wochen vor der Ankündigung wundervoll verstanden vermeintliche Angestellte von Microsoft zu Äußerungen zum Always-On zu nötigen und dann als Teufel der Branche darzustellen und letztendlich ihre verantwortungslosen Äußerungen als Kündigungsgrund zu belächeln. Wer von euch will nicht always on sein? Wer von euch ist nicht eventuell sogar schon always on?

Beide Fragen sind absolut hinfällig. Wie kann sich ein Konzern wagen, eine Konsole, die auf multimediale Vernetzung setzt, mit einem Feature auszustatten, das die Wunder und die Magie des Internets bietet? Das ist natürlich eine absolute Frechheit! Als damals die Ankündigung für Xbox Live kam und das sogar noch etwas kosten sollte UND Internet nötig war, damit man es überhaupt nutzen kann, akzeptierte das jeder ohne nur mit der Wimper zu zucken.

Weiteres Hassobjekt ist die Tatsache wie die Xbox One Fetischisten von Gebrauchtspielen behandeln werden soll. Gebrauchtspiele werden in Zukunft definitiv nicht mehr unter Freunden austauschbar sein. Der Kumpel von nebenan kann zwar seinen Account auf eure Xbox One holen und dann spielen. Aber es wird nicht möglich sein, dass eure bereits installierte und verifizierte Disc an diesen Nachbarn abgegeben wird und er dann selber zu Hause auf seiner Konsole spielt. Diese Disc ist dann exklusiv für eure Konsole registriert. Sobald installiert, ist das Spiel auch ohne Disc spielbar. Dreist! Vor allem, weil Microsoft eventuell eine Gebühr verlangt, solltet ihr ein Grauchtspiel erwerben wollen.

Vergessen ist, dass wir als Konsoleros seit Jahren ein Privileg genießen, das es so für die PCler nicht gibt: unbegrenzte Wiederverwertbarkeit von bereits genutzten Spielediscs. Als ehemaliger PC-User erinnere ich mich daran, dass ein Half-Life 2 eine Internetverbindung UND eine eigene Plattform gebraucht hat. Das Geschrei war groß und trotzdem ist Half-Life 2 bis heute von den Verkaufszahlen ungeschlagen. Heutzutage regt sich kein einziger PC-User darüber auf, dass er sein gekauftes Spiel auf Steam oder Origin registrieren muss und es dann auch nur für ihn nutzbar ist. Selbstverständlich ist das für Konsolenspieler so nicht hinnehmbar.

„Die Möglichkeit, gebrauchte Spiele zu verkaufen und anzukaufen ist wichtig für Spieler und für Xbox. Xbox One ist entwickelt worden, um den Handel von Spielern zu unterstützen. Berichte über unsere Richtlinien zum Gebrauchthandel sind lückenhaft und inakkurat. Wir werden weitere Informationen in der nahen Zukunft veröffentlichen.“

-Larry Hyrb zum Thema Gebrauchtsspiele

 

Ein aktuellerervideo-game-regions Aufreger soll der angeblich überraschende Region-Lock der neuen Xbox One sein. Überraschend ist das aber ganz und gar nicht. Sowohl BluRay-Player als auch DVD-Player haben einen Region-Lock. DVDs aus anderen Regionen konnten auf der Xbox 360 nicht abgespielt werden. Bei Spielen war es vom Entwickler abhängig, ob er der Disc eine Sperre verpasst hat oder nicht, meistens war das der Fall. Was hat die Community also erwartet? Eventuell träumte die Gemeinde von einer Konsole, mit der man weltweit alle Medien abspielen kann und somit USK, FSK und PEGI gleichermaßen austrickst. Gesetze gelten nämlich nur für die Entwickler, nicht für den Gamer und somit für die Endbenutzer.

Und zum Schluss des Deutschen größte Sorge: Der Datenschutz. Erst berichtete der Focus, dass der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar die Konsole überhaupt nicht toll findet und nun springen natürlich andere Seiten auf das Pferd auf. Mittlerweile zitiert IGN mit den Worten “a twisted nightmare” und zeigt wie deutsche Politiker die Konsole gnadenlos aburteilen. Zweifelsohne ist ein Kinect 2, welches permanent lauschen soll, um per Sprachsteuerung die Worte “Xbox an” zu hören, ein Ärgernis. Das kann man sicher auch anders lösen.

Lieber verzichte ich auf eine Innovation, um back-to-the-roots Oldschool-gaming zu betreiben. Ein nicht von der Hand zu weisender Fakt ist die Tatsache, dass Kinect 2 auch facepalmdazu bestimmt sein soll Daten zu sammeln – Bewegungsprofile, Regelmäßigkeit eurer Xbox One Nutzung, Toilettengänge und politische Gesinnung. Auf Amazon nimmt die Angst vor dem Ausspionieren sogar mehr als dumme Züge an. Hier wird die Xbox One als “Überwachungsinstrument der Geheimdienste” betitelt. Einige befürchten sogar, dass Kinect 2 Videos aufzeichnen und sie geheim an Microsoft schicken wird.

Meine Meinung zur Xbox One

Normalerweise sprechen wir bei krautgaming.com immer im Plural. Bei diesem Artikel weiche ich davon ab. Warum? Weil es hier um meine Meinung geht und weil ich weiß, dass es Jungs in der Redaktion gibt, die einen mindestens ebenso langen Artikel schreiben können, um mir meine Argumente um die Ohren zu hauen.

Ohne Frage ist keiner der beiden Konsolen ohne Makel. Ebenfalls ohne Frage hätte ich gerne mehr gesehen, mehr Spiele, mehr Spezifikationen, einfach mehr von allem. Letztendlich bin aber ganz ehrlich und kann behaupten, dass ich mich sowohl auf die Xbox One als auch auf die Playstation 4 freue, denn sie werden hoffentlich eine stagnierende Spielbranche wiederbeleben und vollkommen neue Impulse in Richtung der Entwickler und der User senden. Ich freue mich über neue Technik und ich kann es kaum erwarten so eine kleine Wunderbox in mein Wohnzimmer zu stellen, inkl. Kinect 2, inkl. potentiellem Always-On und auch inkl. potentiell immer eingeschaltetem Mikrofon.

Soll Kinect 2 doch meine Flüche, Beleidigungen und sonstige Geräusche hören, die mir beim Spielen so rausrutschen. Ich bezweifle, dass ihr eure Notebook-interne Kamera jedes mal abdeckt, wenn es beim Suchen nach Backrezepten mal wieder etwas heisser zur Sache geht. Oder wer von euch hat sein Mobiltelefon und das Haustelefon der Eltern zerschlagen, weil es die Möglichkeit bietet euch permanent abzuhören und zu orten?

Ich kann es auch kaum abwarten den ersten Bericht zu schreiben, zu unterschreiben und ihn auf Facebook zu teilen, unter Xbox One Revealedmeinem echten Namen. Meine Xbox One Live Gold-Mitgliedschaft muss natürlich auch erst einmal verlängert werden, dazu benutze ich selbstredend auch meinen wahren Namen, meine Adresse und meine Handynummer. In der Tat wird Skype für mich eine wichtige Rolle auf der Xbox One spielen, also werde ich mich dort ebenfalls mit meinem Skypenamen einloggen. Über meine Facebookverknüpfung hat Microsoft dann Einblick in meine Freundesliste, meinen Beziehungsstatus und sonstige Details, die der Konzern eventuell interessant findet. Warum erzähle ich das?

Weil man nicht über Datenschutz heulen soll, wenn einem der Datenschutz in vielen Bereichen des Lebens gar nichts mehr Wert ist. Wieviele von euch benutzen auf Facebook ihren wahren Namen, besitzen ein Telefon, egal ob analog oder mobil, wer betreibt Online-Banking, bestellt bei Amazon, kauft Musik über Itunes oder Spotify und soweiter. Ich kenne mittlerweile mehr Freunde, die ein Spionagegerät namens iPhone besitzen, als Menschen, die keines benutzen und das obwohl jeder weiß, dass Apple der Datendieb schlechthin ist. Übrigens kann man weder sein Facebook-Profil noch seine iTunes-ID löschen.

Die Doppelmoral der Gaming-Community schlägt seit der Ankündigung der neuen Konsolen vollkommen neue Triebe, unerwartete Triebe, wie ich zugeben muss. Leben wir tatsächlich immer noch in Zeiten, wo wir gründsätzlich alles erst einmal aburteilen und ablehnen müssen? Ich höre seit Tagen das Statement, dass Microsoft den Gamer nicht mehr ernst nimmt, sondern überteuerten Schnickschnack in die Konsole einbaut und diesen dann dem Endnutzer aufzwingt. Wäre das wirklich der Fall, dann hätte Microsoft gar keine neue Konsole auf den Markt gebracht, sondern ein multimediales Entertainmentgerät, das mit allem außer Gaming zu tun hat.

Darüber hinaus hat Microsoft noch gar keine Chance gehabt den Hardcore-Gamer anzusprechen, da Spiele, wie mehrfach betont, erst ausführlich auf der E3 präsentiert werden. Beim Ankündigungsevent sollte es vor allem und ausschließlich um die Konsole gehen. Und wir haben von der Konsole tätsächlich fast die gesamte Leistungsbandbreite zu sehen bekommen. Software bekommen wir also in knappen 2 Wochen zu sehen.

Xbox_Home_UI_EN_US_Male_SSErneut frage ich also, was die Xbox-Community also erwartet hat? Eine Zauberkonsole, die euch unbeschränkte Macht schenkt und ihr in Zukunft losgelöst von Microsoft eure Spiele spielt? Microsoft ist in erster Linie immer noch ein Konzern und wir sind die Kunden und unser wertvollstes Gut ist unser Geld. Innovationslosigkeit hört man aus einigen Ecken. Dem beherrscht entgegen zu treten ist wahrlich schwer, so ist die Xbox 360 doch bis heute die einzige Konsole auf der ein Partychat losgelöst und unabhängig vom Spiel mit bis zu 8 Leuten möglich ist.

Sony hat das bis heute nicht hinbekommen. Ebenfalls waren die Achievements eine Idee von Microsoft, die Trophäen der Playstation 3 nur eine schwache Nachahmung. Kinect und Playstation Move sind nicht einmal in Ansätzen vergleichbar, weil Kinect technisch ohne Frage überlegen ist. Die Xbox One läuft auf Microsofts eigenem Betriebssystem, Sony hingegen hat so gut wie keine Erfahrung mit funktionierenden Betriebssystemen auf ihrer Heimkonsole.

Technisch sind beide Konsolen am Ende wahrscheinlich annähernd gleich. Entscheiden wird sich das Rennen erst wieder nach Jahren. Eine entscheidende Rolle wird dabei die Community spielen und es ist traurig zu sehen wie sich genau diese Community, die sich einst durch Offenheit definierte und diese Offenheit auch rücksichtslos immer wieder für sich selbst einfordert, zu einem hasserfüllten Mob zusammen zurotten scheint und bereits Frösche regnen lässt, obwohl man noch 500 Kilometer vom Ufer entfernt ist.

Es reicht, verderbt euch nicht den Spaß am Spielen, liebe Spieler.

Über Sebastian Ossowski

Sebastian ist Chefredakteur bei krautgaming.de und als zukünftiger Lehrer für Englisch und Geschichte sucht er stets den Anspruch, das Niveau und den tieferen Sinn. Meistens schlägt er dabei auf grandiose Art und Weise fehl.

Kommentare

Sag etwas, mein Freund!

Jetzt hast du die Gelegenheit die Person zu sein, zu der deine Mutter dich immer machen wollte: Freundlich, höflich und klug!

Du darfst grundsätzliches HTML und diese Tags benutzen:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

BenKlock 23. Juli 2013 um 16:18 23.07.2013 - 16:18

Kennt jemand ein gutes Kinect-Spiel? ich auch nicht. Die 100€ – Webcam können Sie behalten. Ms versaut in letzter Zeit so ziemlich alles:
1) Win8: ohne Startmenü, dafür olle Kacheln > Chef musste gehen > 8.1 kommt
2) WinRT: kastriertes Windows aufm Tablet > will und braucht keiner
3) Surface: teuer, schwer, schwacher Akku
4) XboxOne: Zwang & Gängelung der Kunden, siehe oben
5) Office 360: dabei gibts Google Drive gratis
6) Windows Phone auf Lumias: Bitte!

Sie beweisen großes Talent am Kunden vorbei zu entwickeln

Link 01 23. Juni 2013 um 22:41 23.06.2013 - 22:41

Gratulation zu diesem großartigen Artikel. Es tut gut zu lesen, dass es noch andere Meinungen gibt. Nach dem Shitstorm der letzten Wochen hat man sich ja kaum mehr getraut offen zu erklären, dass man die Richtung von MS grundsätzlich als richtig betrachtet (leider haben sie jetzt den Rückschritt gemacht).

Jedenfalls dachte ich, ich wäre im falschen Film die letzten Wochen. Man sollte meinen, Gamer lieben GAmes und nach Jahren des Wartens und ständigens Herumnörgelns, dass die Spiele “innovationslos” seien, keine neuartigen Technologien mehr für Begeisterung sorgen, ja, sich überhaupt niemand aus der Gamesbranche sich etwas wirklich Neues traue – immer verbunden mit der Frage, wann denn ENDLICH die neue Konsolengeneration eingeläutet wird, wurde nicht einmal 1 Tag nach Bekanntmachung der XBox One ein Shtstorm losgetreten, den zumindest ich einfach nicht mehr nachvollziehen kann und auch für völlig emotions- und übetrieben halte.

In manchen Foren (4players war hier mit Abstand das beste Negativ-Beispiel) hatte ich beim Lesen das Gefühl, ich sei auf einer Homepage der “Vereinigung konservativer Non-Digitals “. Da wurden plötzlich selbst die sonst so gehassten CDU-Politiker, die sich zum Datenschutz äußerten, in den Himmel gelobt für ihren Schnellschuss gegen Microsoft. Dieselben Gamer, die bei der Killerspiel-Debatte vor einigen Jahren diesen Politikern Populismus vorgeworfen, Diesmal war davon in keinster Weise die Rede davon. Dieselben Gamer, die damals gegen Steam gewettert haben und es heute ohne ganz selbstverständlich nutzen…

Mehr brauche ich dazu nicht zu schreiben, denn Du hast meine Empfindungen und Gedanken in den letzten Wochen sehr gut wiedergegeben (alle diese Menschen sollten auf der Stelle ihr FB / Whats App-Konto schließen, ihr iPhone abgeben und Steam kündigen) . Jedenfalls interessant zu sehen, wie der Mob immer lauter schrie und die “Sau durch’s Dorf trieb”.

Vielleicht noch eine Anmerkung, die aus meiner Sicht beweist, wie stark aufgeladen das Thema ist: selbst nach der 180-Grad-Drehung wurde in den meisten Foren weiter auf MS eingedroschen und plötzich hanebüchene Verschwörungstheorien zum Besten gegeben…

JTR 2. Juni 2013 um 18:56 02.06.2013 - 18:56

Ich muss nicht lange jammern, nach den misserablen Erfahrungen mit der Xbox 360, ist für mich sowieso klar, dass ich solchen Schrott von Microsoft nicht mehr kaufe. Zweimal Red Ring of Death und die letzten paar Jahre ohne gute Exklusivtitel ist der Grund warum ich die 360 genau 3 Jahre (inklusiv Gold Account) genutzt habe und danach zur Playstation 3 gewechselt bin. Und zurück will ich nicht mehr. Achievements hätte man nie erfinden dürfen, sie zerstören das Gameplay, und Gold Account ist eine Frechheit für ein derart schlechten P2P Dienst. Kinect war eine Beta Ware die nie auf den Kunden losgelassen hätte dürfen. Ich habe so manches Gadget wie Headtracking und 3D Brillen für den PC ausprobiert die von kleinen Firmen kamen und die waren reifer als Kinect.

Ich habe nur eine 5Mbit Leitung hier auf dem Lande, da kann sich Microsoft seine Cloud Scheisse querwegs in den Allerwertesten stecken. Und in viele Teilen Europas wird sich die nächsten Jahren da auch nichts ändern.

So eine unausgereifte und unüberlegtes Konzept einer Konsole habe ich noch nie gesehen. Es scheint alles schnell dahin gebastelt zu sein, genauso wie es die Hardware der 360 damals war, hauptsache man war 1 Jahr vor Sony mit der Konsole auf dem Markt. Microsoft ändert sich leider nie.

Und wenn man angeblich schon 15 Exklusivtitel hat, dann sollte man anstatt Multiplattform Titel von EA oder das neue Call of Duty, eben etwas von diesen Exklusivtitel zeigen. Die Präsentation war einfach unglaublich schlecht, zumal das ganze TV Gedöns hier in Europa gar nicht zum Zug kommt. Da nützt es nichts auf die E3 zu verweisen, die Karre ist an die Wand gefahren und PR Profis hätten das voraus sehen müssen. So eine schlechte langweilige Präsentation wie die von der Xbox One (hab sie live geschaut) habe ich noch nie gesehen. Da war die PS4 Präsentation um Welten besser auch wenn man keine Konsole sah.

Bundy 1. Juni 2013 um 10:35 01.06.2013 - 10:35

Die werden mit Sicherheit nicht mehr über den Spieler erfahren, wie es Apple oder Facebook oder Google tut 🙂 Und die wissen auch schon alles 😀
Über diesen Überwachungskram mache ich mir keine Gedanken. Für mich ist es eine nette Konsole zum zocken. Und wenn ich sehe das so viele Leute Handys im Wert von über 500 Euro herum schleppen, braucht sich auch keiner über den Preis der Konsole zu beschweren ^^
Die Konsole hält wesentlich länger als die Handys… wo jedes Jahr oder alle 2 jahre neue Dinger vertickt werden.

Martin Seiler 29. Mai 2013 um 15:30 29.05.2013 - 15:30

Ich finde den Artikel großartig, kann mich aber nicht anschließen. Ich bin vor Jahren wieder zur Konsole zurückgekehrt, um der PC-Spiele Gängelei zu entkommen und nun hält genau diese Vorgehensweise Einzug in die Konsolenwelt (zumindest bei Microsoft und Sony).

Allgemein ist es schade, dass die Diskussion immer zwischen Fanbois und Hatern der Konzerne ausgetragen wird. Wo bildet sich denn mal jemand eine unabhängige Meinung als Verbraucher?

Ein guter Freund von mir hat eine genau gegenteilige Anspruchshaltung was Spiele angeht als ich. Der schluckt jeden Titel, sobald er das Wort Deckungsshooter hört und beschwert sich im selben Atemzug, dass es immer weniger innovative Spiele gibt.

Wie gesagt, schöner Artikel, aber wer sich als Verbraucher von, in diesem Fall Microsoft, ins Gesicht spucken lässt und das hinterher als warmen Regen bezeichnet, der ist für mich das beste Beispiel dafür, dass wir die Nörgler dringen brauchen, damit mal wieder eine Konsole FÜR den Verbraucher rauskommt und keine Konsole die nur teilweise unsere Rechte beschneidet.

Dobermann 29. Mai 2013 um 12:21 29.05.2013 - 12:21

Sehr schön geschrieben. Zwar etwas zu lang, aber trotzdem auf den Punkt gebracht.
Wen interessiert’s schon, dass MS uns mit Kinect ausspionieren könnte. Oh Gott, oh Gott, sie könnten sehen, wenn oder ob ich beim spielen popel. Nackt vor der Xbox sitzen und spielen? Nee, sie könnten mir ja was abgucken.
Also ich hab nix zu verbergen, mal abgesehen davon, ob sie denn tatsächlich spionieren.

Ich verstehe die ganzen Hater auch nicht. Sie wollten lange eine neue Konsole. Jetzt bekommen sie sie und anstatt sich drüber zu freuen, dass sie noch bessere Spiele spielen können, fangen sie alle an zu kotzen. Völlig gestörte Paranoia-Freaks!

Stefan 29. Mai 2013 um 11:41 29.05.2013 - 11:41

Schön geschrieben. Leider scheinen sich alle gamer dort draußen in hirnlose Zombies verwandelt zu haben. Wie Du schon schreibst, scheinen jetzt plötzlich Dinge wichtig, die einem die ganze Zeit über schei# egal war – Regionlock,Datenschutz, etc.
Zwar ist es schade keine games mal übers Wochenende vom Kollegen auszuleihen, aber was soll´s – dafür werd ich jetzt nicht ein gutes Stück Hardware zum Teufel jagen.
Klar bin ich auch nicht so ein Fan von Kinect – generell nicht von so ´nem Hampel Kram – und ich kann nicht verstehen, warum die Hersteller plötzlich der Meinung sind, dass wir das alle haben möchten(wie 3D) -aber irgendwoher werden sie diese Meinung schon haben (und sei es nur, weil Nintendo damals mit der Wii so einen Erfolg hatte)
Aber wenn es nun tadellos funktioniert, warum dann nicht wie bei Minority Report durch die Menus “wischen” oder Sprachbefehle erteilen – es gibt ja auch Leute, die mit ihren Handys sprechen 😉
Das Problem ist natürlich, dass vieles auf Spekulationen beruht, bzw. auf Halbwarheiten. Es werden teilweise Gerüchte, die Monate alt sind, mit Fakten vermischt und aus dem Sony-Lager (obwohl ich selbst nicht verstehe, warum man sich für eine Konsole entscheiden muss, um dann sinnlos über andere herzuziehen? Warum nicht beide Konsolen und damit alle! games zocken können? Ich habe immer alle Konsolen, auch wenn es sicher stets eine gibt, auf der ich die meiste Zeit zocke – in dieser Gen die 360) werden nur die Dinge herausgepickt, die einem gefallen. Ich glaube kaum, dass Microsoft eine Gebrauchtspielsperre im Alleingang einführt. Es liegt alles an den Publishern – denn wer legt wohl die Aktivierungscodes bei?! Kein Hersteller blockt Gebrauchtspiele. Weder Microsoft noch Sony. Allerdings will es die Community offensichtlich so sehen. Die Spiele werden mit einem code kommen und aktiviert werden – auf beiden Systemen. Natürlich stehen sowohl Microsoft als auch Sony die Möglichkeiten offen, bei selbst vertrieben Spielen auf diese Vorgehensweise zu verzichten,aber letzten Endes ist es für mich als Gamer unerheblich -da ich 1. Spiele auch sammle (inkl. Konsolen) und 2. Es auf dem PC-Markt eh schon so ist (war ja auch klar, wenn man bedenkt, welche Auswüchse hier die Raubkopierszene angenommen hat – aber hier hat ja jeder das Recht zu kopieren, weil man ja sooo viel für den Rechner bezahlt hat und außerdem: die Spiele nutzen meinen Rechner ja garnicht richtig -da Konsolenport- nein, mit mir nicht, die bekommen kein Geld. Haben sie sich selbst zuzuschreiben, wenn ich nur Raubkopien zocke….Jaja, so mancher mag sich darin erkennen. Das hat für mich aber nichts mehr mit GAMERN zu tun. Jemand, der sein Hobby ernsthaft betreibt, hat keine Raubkopien und dem ist die Bindung an einen Account auch egal. Über die mangelhaften Umsetzung und illegale Änderungen von gekaufter Software und Einflussnahme durch Betreiber der einzelnen Platformen möchte ich mich hier jetzt nicht auslassen -aber sagen wir es mal so FU## You 😉
Ich jedenfalls freue mich auch auf beide Systeme, auch wenn ich ehrlich gesagt zuerst zur neuen Box greifen werde. Aber die PS4 wird auch ihren Weg in mein Heimkino finden, wie auch schon ihre Vorgänger 🙂
MfG

tehdafuq 29. Mai 2013 um 11:26 29.05.2013 - 11:26

Die Community ist für mich schon seit Jahren unerträglich. Es ist unglaublich genug, dass spielerverachtende Modelle wie Free to Play überhaupt Erfolg haben können. Ich bin Core-Gamer, gewinne gelegentlich damit auch Preise und möchte im Multiplayer abliefern was ich kann – ohne dass jemand bevorteilt wird, weil er mehr Geld bezahlt hat (F2P = Pay4Win).

Am Schlimmsten ist immer noch die Markenblindheit, die sogar in Deutschland größer ist als in den USA. Alles wo Iphone, Playstation, COD oder NFS draufsteht wird gekauft – scheiß auf Qualität! Wenn man den Leuten dann Fakten entgegenbringt, wird man nur unsachlich bepöbelt. Immer nur “Xbox ist scheiße” ohne irgendeine Begründung überhaupt zu liefern. Und wenn man dann genauer nachfragt, meinen sie ernsthaft sie wissen nicht mal was zb Trials Evolution ist.

Okay mal zur Xbox One, dem eigentlichen Thema xD
Mich kratzt das einmal in 24h verbinden nicht – ich mach es ja bereits! Ich glaube das da viele Leute Schiss haben, dass sie ihre gebrannte Discs nicht mehr spielen können/könnten.
Gebrauchtspiele hole ich mir kaum, hab von ca. 80 Spielen nur 4 gebraucht. Es ist einfach mal so, dass man die Entwickler um ihr Geld damit bringt. Und dann kommen Abzock DLCs, immer mehr geringere Entwicklungszzeiten usw.

Musste verdammt lachen, als Square Enix als Reaktion zu Verlust meinte “Okay, geringere Entwicklungszeiten”. Naja, wer kaufte von der Community auch schon Lara Croft, leihste mal aus und gibst nach 5 Tagen zurück.
Nur ca. 20% der Spieleprojekte haben überhaupt wirtschaftlichen Erfolg.