GC15 – Wargaming stellt Master of Orion Reboot vor
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Master of Orion sollte vielen Spieler_innen ein Begriff sein, falls sie einer gewissen Altersgruppe zugehören. Mir sagte der Name gar nichts, weshalb ich von der Präsentation des rundenbasierten Strategiespieles nur noch mehr erfreut war, als die Weißrussen von Wargaming uns den Reboot der Reihe auf der diesjährigen Gamescom präsentierten.

Das originale Master of Orion soll als Mutter der 4X- oder auch Globalstrategiespiele gelten, wie uns der PR-Chef von Wargaming Ingo Horn während einer Behind Closed Doors-Präsentation zum neuen Reboot wissen lies. Umso mehr freut sich Wargaming, die Serie weiterführen zu dürfen, die 1993 ihren Anfang nahm und mit dem dritten Ableger aus dem Hause Atari einen qualitativen Tiefpunkt erreichte. Von diesen wurde nach deren Insolvenz auch die Rechte erworben, was vor allem für Wargaming CEO Victor Kislyi als großer Fan der Reihe reine Formsache war, der sogar gelernte Inhalte aus dem Spiel in seine anfängliche Geschäftsführung einfließen ließ.

GC Master of Orion Bild 1

Um nun einen Titel zu kreieren, der nicht nur die alten Genrefans abholt, sondern auch aktuelle Entwicklungen einfließen lässt, arbeitet Wargaming mit einem externen Studio zusammen, denen fünf Originalentwickler des ersten Titels zur Seite gestellt werden. Dies stellt insofern einen Shift in der Arbeitsweise des weißrussischen Entwicklers und Publishers dar, als dass bisher immer die Expertise im eigenen Haus gesucht wurde, anstatt auf Quellen von außerhalb zuzugreifen. Der Grund dafür, die argentinischen Entwickler der NDG Studios mit ins Boot zu holen und daraus das Programm Wargaming Labs zu starten, in dem auch externe Entwickler quasi als Second Party fungieren, war die Qualität des Spieles, welches die Argentinier_innen Wargaming vorstellten, aus dem nun der Reboot entsteht.

Grundzüge

Dieser basiert in seinen Grundzügen auf den klassischen Elementen der Master of Orion-Serie. Am Anfang entscheidet man sich für eine der zehn unterschiedlichen Rassen, die alle spezifische Vor- und Nachteile mit sich bringen. Während die eine Rasse gerade im militärischen Feld durch Wissen und Können brilliert, muss sie in anderen Feldern wie etwa Diplomatie und Technik Defizite einstecken. Dies soll es Spieler_innen ermöglichen ihre eigene Spielweise schon von Anfang an ins Spiel einfließen lassen zu können.

Die eigenen Vorlieben soll auch das „Big Bang“-System ins Spiel bringen, denn dieses ermöglicht es trotz der zufälligen Generierung des Univerums immer wieder ein solches zu erstellen, in dem die Ausgangsbedingungen gleich sind. Sollte man also nun über eine Konstellation an Planeten und Ressourcen stoßen, die einem besonders gut gefällt, so muss einfach nur der „Big Bang“-Code notiert werden, damit man bei dem Start einer neuen Runde diesen einfach eingibt und somit eine exakte Kopie des Universums erstellt.

GC15 Master of Orion Bild 2

Micro – MAcro

Entscheidend für jedes Strategiespiel ist das Micro- und Macromanagment der eigenen Ressourcen, Basen und Einheiten. Das Micromanagment im Master of Orion-Reboot findet auf den Planeten statt, die kolonisiert werden. All diese Planeten bieten unterschiedliche Gegebenheiten in den Punkten Größte, Vegetation, Ressourcen und auch Gravitation. Je nachdem, wie ein Planet nun beschaffen ist, sind die drei Ebenen Food, Production und Research anders bespielbar. Ein sehr großer Planet erlaubt eine höhere Anzahl an Population, die dann in die drei vorher genannten Ebenen eingesetzt werden können, um diese dann zu bewirtschaften, was mit mehr Einheiten natürlich schneller geht. Ein kleiner Planet mit einer geringen Gravitation kann dafür aber eine schnellere Production gewährleisten, obwohl weniger Populationseinheiten zur Verfügung stehen.

Das User-Interface in diesen Bereichen des Spieles ist dabei sehr einfach gehalten, denn die einzelnen Populationseinheiten können via Drag and Drop in die unterschiedlichen drei Ebenen geschoben werden und das die Veränderungen in der Produktion sind sofort erkennbar. Damit dies die Spieler_innen jedoch nicht für jede Runde auf all ihren Planeten manuell einstellen müssen, gibt es eine Autobuild-Funktion, die auf Basis der zuvor getroffenen Einstellungen den nächsten logischen Schritt der Produktion einleitet.

GC15 Master of Orion Bild 3

Forschung – Kampf

Innerhalb des Unterpunkts der Forschung weicht der Reboot vom Originalspiel ab. Dort kamen mit der Zeit immer wieder Key-Techniken auf, bei denen sich die Spieler_innen zwischen zwei Techniken entscheiden mussten. Es war nie möglich, beide zu erforschen, was die Vielfalt für die Spieler_innen natürlich einschränkte. Diese Key-Techniken wird es im Reboot nun nicht mehr geben, was aber nicht bedeutet, dass alle Techniken innerhalb eines Spieles erforschbar sind. Dies verbietet nun eher der zeitliche Aspekt, denn würde die Erforschung aller Punkte zu lange dauern oder man würde währenddessen von einer Rasse erobert werden, die sich auf einen Forschungszweig spezialisiert hat.

GC15 Master of Orion Bild 4

Das Erobern und Bekämpfen von anderen Rassen konnte uns leider noch nicht gezeigt werden, da das Aussehen und die Handhabung dieses Punktes noch nicht feststeht. Es wird aber auf jeden Fall einen taktischen Kampf und einen simulierten Kampf geben. Im Letzteren wird das Ergebnis eine Konfliktes schnell errechnet, was vor allem bei Kämpfen mit schon im Vorhinein klarem Outcome viel Zeit spart. Im taktischen Kampf kann man einzelne Truppen gezielt steuern, was bei wichtigen Kämpfen oder solchen, in denen man selbst in der Unterzahl ist, sehr hilfreich sein kann.

Neben dem Kampf steht auch noch nicht fest wie der Multiplayer aussehen wird, den es aber auf jeden Fall geben wird. Es werden zwar verschiedene Ideen und Methoden angedacht, doch wie genau diese umgesetzt werden, zeigt die Zukunft. Dafür stehen aber die Siegesbedingungen schon fest, die ganz genreklassisch auf verschiedenen Wegen erreicht werden können. Ihr bezwingt entweder alle andere Rassen, holt euch die meisten Punkte, schafft es die planetare Transzendenz zu erforschen, werdet der führende Player auf der Börse oder eure Gegner_innen wählen euch zum Vorsitzenden einer intergalaktischen UNO.

GC15 Master of Orion Bild 5

Master of Orion sieht gut aus und weckt mit seinem einfach gestalteten UI und der intuitiven Gestaltung des Spieles Lust auf mehr. Die einzelnen Bereiche scheinen gut durchdacht zu sein, ohne dass sie unter einer zu großen Komplexität leiden. Dazu kommt noch, dass es sich bei Master of Orion um den ersten Vollpreis-Titel von Wargaming handelt, sprich Free to Play-Mechaniken wird es keine geben. All dies macht Master of Orion zu einem sehr interessanten Titel, den man nicht so schnell vergessen sollte.

Über Dejan Lukovic

Dejan ist Redakteur bei Krautgaming. In dieser Tätigkeit erblickten schon die ein oder anderen Artikel das Licht der Welt, die von einfachen News bis hin zu Reviews reichen.
Derzeit studiert Dejan Germanistik an der Universität Innsbruck, um sich im Anschluss einen Master der Medien, Gender Studies oder Film Studies zu erarbeiten.

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