GC15 – Grand Values: Monaco
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Das letzte Abenteuer von Sam Fisher ist nicht allzu lange her und das wirkliche letzte Abenteuer von Big Boss steht unmittelbar bevor. Doch nicht nur der AAA-Sektor weiß wie Stealth gemacht wird, wie uns die deutschen Indies von Bearhands mit ihrem Titel Grand Values: Monaco auf der gamescom gezeigt haben.

Dass Indie nicht immer nur 2D-Puzzle Plattformer oder gar uninspirierte Pixeloptik sein muss, beweist das Entwicklerstudio Bearhands rund um die Gründer Niklas Bothe und Maximilian Grienig. Die präsentieren mir zusammen mit der 3D-Artistin Helen French ihren Titel Grand Values: Monaco, in den das Studio mit derzeit 14 Mitarbeiter_innen Unmengen an Herzblut steckt.

Ist das noch Indie?!?

Wer denkt bei einer voll ausmodelierten 3D-Welt, deren Animationen via Motion- und 3D-Face-Tracking aufgenommen wurden und einer vollkommen englischen Synchronisation, die die ausmodelierten Cutscenes der Story vertonen, schon an Indie? Ich auch nicht, bis ich Grand Values: Monaco auf der gamescom präsentiert bekomme, an dem derzeit das Berliner Entwicklerstudio Bearhands arbeitet.

Die diplomierten Game Designer_innen arbeiten zusammen an ihrem ersten Stealth-Titel, der sich durch seinen Comic-Stil und augenscheinliche Production Values auszeichnen soll. So wurden unter anderem alle Animationen des Spieles nicht nur via Motion Tracking ins Spiel übertragen, damit diese so natürlich wie möglich aussehen, sondern auch die Gesichtsanimationen wurden mithilfe von Face-Tracking aufgezeichnet. Möglich macht dies die Expertise im Entwicklerstudio, spezialisierte sich Mitgründer Niklas Bothe während seines Studiums genau in diesen Bereichen.

Das Motion-Tracking macht sich auch im Gameplay bemerkbar, in dem ihr durch die Level klettert, schleicht und klaut. Dabei wirken die Bewegungsabläufe äußerst flüssig und wie aus einem Guss. Ganz besonders zeigt sich dies in den eigens ausgeführte Sequenzen, in denen Gegenstände oder Sonstiges geklaut werden. Denn anstatt einfach Tastenkombinationen oder QTEs einzugeben, wird mit Hilfe der zwei Sticks die Bewegungen der Hände nachgeahmt. Dies wird mit Tasteneingaben verbunden, um eine Diebstahl-Mechanik zu erzeugen, die zumindest mir in dieser Ausführung noch nicht bekannt war.

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Die Kletter-Mechanik soll sich insgesamt an Uncharted orientieren, vor allem im Design der Passagen und des Spielgefühls. Während des Kletterns leert sich eine Ausdaueranzeige, wodurch nur von Punkt zu Punkt Fortschritt möglich ist, doch kann die Anzeige auch wieder gefüllt werden, indem man mit Hilfe eines Hakens eine kurze Pause einlegt.

Währenddessen ist man jedoch leichter für die Gegner entdeckbar, die in den einzelnen Leveln ihre Runden drehen. Diese können dabei nicht ausgeschalten werden, da dies den Spielfluss zu einfach gestalten würde. Stattdessen soll Grand Values: Monaco ein Hardcore Stealth-Spiel sein, in dem die Kenntnisse über die Routen der Wachen, die Umgebung und das Meistern der Diebstahl-Mechanik ans Ziel führen.

Mehr als Gameplay

Und wohin außer in die Stadt der Schönen und Reichen sollte es ein Trio an Ganoven mit diesem Set an Skills verschlagen? Genau deshalb spielt Grand Values: Monaco im gleichnamigen Fürstentum, in dem sich das Gros der Großen trifft um ihre zumeist zwielichtigen Geschäfte über die Bühne zu bringen. Mit dieser Schicht hat die spielbare Protagonistin Amy aufgrund persönlicher Zwists gebrochen, weshalb sie nun mit ihren zwei Kollegen auf Diebstahltour geht, um sich nicht nur selbst zu bereichern, sondern auch um mit ihrem alten Umfeld abzurechnen.

Doch mit mächtigen Personen sollte man es sich nicht so einfach verspielen, denn als ein Anwalt Opfer des Trios wird zeigt sich dessen eigentliches Berufsfeld als Drogenboss. Dieser ist natürlich nicht gerade erfreut über den Verlust seiner Habseligkeiten, weshalb er die drei Ganoven nach Monaco verfolgt und ihnen einen Ausweg aus ihrer Misere bietet: Innerhalb einer Woche 50 Millionen Dollar ergaunern, um die Verluste des Drogenbosses auszugleichen, oder stattdessen Opfer einer Vergeltung werden.

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Sehr schön an der Geschichte ist neben dem Fakt, dass diese in ausmodelierten Cutscenes mitsamt englischer Sprachausgabe erzählt wird, dass es keine verklärte Robin Hood-Romantik geben wird. Alle drei Figuren haben ihre ganz eigenen Beweggründe dies zu tun, was sie eben tun. Was natürlich nicht bedeutet, dass es keine Sozialkritk geben wird.

Der Vibe des Spieles soll auch durch den Comic-Stil und die Nachbildung der Stadt Monaco verstärkt werden. Die stilistische Ausrichtung hat das Studio dabei viel Arbeit gekostet, für den die Studiogründer auch eigens nach Monaco reisten, um das Flaire der Stadt aufzufangen. Dies merkt man vor allem im zentralen Hub des Spieles, das ein Hotelzimmer ist, in dem die gesamte Crew versammelt ist und aus dem die Missionen auswählbar sind. Dafür blickt man über die Skyline der Stadt, in der die markantesten Gebäude Monacos nachgebildet sind.

Als Inspiration für Grand Values: Monaco dienten verschiedene Vorlagen, wie etwa Guy Ritchies Bube, Dame, König, Gras bezüglich des Gangfeelings, Cowboy Bebop für die Atmosphäre oder Ruhe und Legend of Korra bezüglich des Wechsels zwischen Humor und Ernst. Die vielleicht beste Inspiration kam jedoch von der RTL-Trash Show Die Geißens, anhand derer das Studio das Verhalten der Schönen und Reichen aufbaute.

Grand Values: Monaco macht einen sehr guten Eindruck und weckt Lust auf mehr. Das Erstlingswerk von Bearhands wird in drei Episoden für die PS4 und Xbox One erscheinen, wobei die erste Episode schon im ersten Quartal 2016 auf den Markt kommen soll.

Über Dejan Lukovic

Dejan ist Redakteur bei Krautgaming. In dieser Tätigkeit erblickten schon die ein oder anderen Artikel das Licht der Welt, die von einfachen News bis hin zu Reviews reichen.
Derzeit studiert Dejan Germanistik an der Universität Innsbruck, um sich im Anschluss einen Master der Medien, Gender Studies oder Film Studies zu erarbeiten.

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