Edeltrash trifft Edelware: Hyrule Warriors im Test!
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Als Nintendo bekanntgab, mit Tecmo Koei einen Partner für ein Zelda-Spiel gefunden zu haben, war dies schon erstaunlich, hütet Big N seine großen Franchises doch fast immer – mit wenigen Ausnahmen – wie den eigenen Augapfel. Dass dahinter aber auch noch ein Warriors-Spiel steckte, setzte dem Ganzen noch die Spitze auf. Am kommenden Freitag erscheint Hyrule Warriors nun endlich in unseren Gefilden und wir konnten dem Spiel schon mal auf den Zahn fühlen. Was Zelda-Veteranen und Warriors-Enthusiasten von Hyrule Warriors zu erwarten haben, lest ihr hier.

Edeltrasch trifft Edelware. So könnte man die eigenartige Fusion zwischen der Dynasty Warriors– und der The Legend of Zelda-Serie bezeichnen. Ganz Zelda-like treten wir dem Bösen wieder entgegen, dies jedoch nicht in mit Rätsel bespickten Dungeons, sondern auf weitläufigen Karten, die mehrere Tausend Gegner beheimaten. Diese wollen in bester Dynasty Warriors-Manier mit möglichst verheerenden Kombinationen vernichtet werden, um so viele Lebensanzeigen wie nur irgendwie möglich zu leeren. Dies machen wir aber nicht mit altbekannten Personen aus der chinesischen Geschichte, die während der Zeit der drei Reiche um die Vorherrschaft im alten China kämpften. Stattdessen stürzen wir uns mit Link, Zelda, Shiek, Impa, der neuen Lana und Co. in den Kampf gegen die Schergen Cias, die das Böse wieder erleben lassen will. Doch weshalb?

Von Eifersucht und Wirrungen

Hyrule glänzt in den Strahlen der Sonne. Ein weiterer schöner Tag erstreckt sich bis an die äußerten Grenzen des Königreiches. Der Wind trägt frische Luft in das Schloss, in der Zelda den jungen Kadetten bei deren Übungen beobachtet. Der dumpfe Klang von Holz-Schwertern erfüllt die Luft und überdeckt die leise Ankündigung des Grauen, der mit dem Wind in den Hof getragen wird. Ein junger Kämpfer nimmt es mit allen anderen Kadetten auf und lässt keinen Zweifel aufkommen, wer in der kommenden Schlacht eine wichtige Rolle spielen wird.

Denn die Idylle jenes Tages soll früh enden, als gemeine Schergen das Schloss Hyrule angreifen. In den Kampf muss nun gezogen werden und dies tun wir auch. Nicht als Zelda oder Impa, sondern als Held der Zeit persönlich: Link! Die erste Schlacht ist leicht geschlagen, die Basics des Spieles werden uns in kleinen Tutorial-Screens erläutert, doch als wirklicher Sieger gehen wir dennoch nicht hervor. Zelda wurde entführt und somit beginnt der Ansporn unserer Protagonisten, in die verschiedenen Bereiche des Königreiches zu reisen, um ihre Königin wieder wohlbehütet in das Machtzentrum des Landes zu bringen.

Hyrule Warriors Zelda

Auf dieser Reise treffen wir viele Figuren, die sich unserem Anstreben anschließen. Noch bevor wir am Magischen Hain ankommen, stößt Shiek zu unserer Truppe. Im Hain selbst treffen wir auf eine der zwei neuen Figuren in Hyrule Warriors: die junge und quirlige Lana. Diese schließt sich als seelengute Person unserem Anstreben an, die Königin zu finden. Die befindet sich jedoch – unerwarteter Plot-Twist incoming – in Form von Shiek schon unter uns. Zelda ist gerettet beziehungsweise gefunden, doch die Geschichte startet gerade erst.

Lana erzählt den Anwesenden von Cia, einer Magierin ihre Stammes, die mit ihrer Macht den Held der Zeit in Visionen erblickte und sich in diesen verliebte. Doch es war eine unglückliche Liebe, denn Cia wusste, dass Link für eine andere Seele bestimmt ist. Für welche, das war ihr nicht bekannt, doch diese Erkenntnis trieb die eigentlich wohlgestimmte Cia in eine teuflische Eifersucht, die ihr Herz korrumpierte und sie böse machte. So erschuf sie drei Portale, aus der altbekannte Gegner aus den verschiedenen Zeiten des Königreichs Hyrule in das jetzige Land stürmten. Diese Zeitschleusen müssen nun zerstört werden, ehe Hyrule überrannt und alle Siegel geöffnet werden, die die vier Überreste Ganons beinhalten, damit der alte Schweine-Dämon nicht erneut auferstehen kann.

Hyrule Warriors Cia

Vom Schnetzeln und Hacken

Diese Erzählung bildet nun den Rahmen, in dem wir uns während unserer Missionen befinden. Jeder Abschnitt treibt die Geschichte weiter, führt neue Mitstreiter ein und bietet uns bestenfalls eine Herausforderung an. Im Normalfall kämpft man aber gegen stehende Pappkameraden, die selten zu ernsthaften Gegenangriff kommen. Wenn, dann bereiten nur größere Bosse Probleme, doch auch diese lassen sich einfach besiegen. Einzig deren Größe und der verpflichtende Einsatz von Items unterscheiden sie aber von den herkömmlichen Schergen.

Doch genau so soll das Spiel auch sein. Mit gezielten Kombinationen aus schwachen und harten Angriffen schnetzeln wir uns durch die Massen an Gegner, ohne dass diese auch nur eine kleine Chance haben. Der Kill-Counter schnellt in nur wenigen Sekunden in die Höhe. Überall schwirren getroffene Gegner umher. Die Effekte und Animationen der Kombos befüllen den Bildschirm. Den Höhepunkt bilden die Magie-, Schildbrecher- und Spezialangriffe, die mit Kameraschwenks und actionreich inszenierten Animationen daherkommen. Diese sofortige Befriedigung, aber auch Überforderung der Sinne treibt den Spieler in einen Flow-Zustand, der durch allzu schwierige Gegner nur gestört werden würde. Stattdessen treiben wir aber durch die Massen, nehmen Punkt nach Punkt ein und erledigen die Missionen gewissenhaft.

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Dabei können wir dies mit einer von 12 am Ende zur Verfügung stehenden Figuren machen, die mit der Ausnahme von Lana alle aus dem Zelda-Universum stammen. Dabei steuern sich alle Kämpfer unterschiedlich und warten mit differenten Move-Sets auf, die sich je nach der gewählten Waffe unterscheiden.

An die Waffen könnt ihr übrigens gewisse Attribute anbringen, die ihr in der Waffenkammer auswählt. Somit erhalten eure Schwerter, Zauberstäbe, Harfen, Bücher und weiter skurille Objekte Boni auf verschiedene Werte. Entweder werden mehr Waffen mit freien Stellen für Attribute gefunden, oder eine bestimmte Kombo richtet mehr Schaden an. Zudem könnt ihr mit dem von Gegner erbeuteten Materialien drei verschiedene Arten Medaillen craften, die euch in der offensive, defensive oder in gewissen speziellen Situationen helfen. Dies soll den Replay-Value erhöhen, ob aber das Suchen von besonderen, rar gesäten Materialien dies schafft, ist fraglich. Vor allen in dem Hinblick hin, dass jede Figur andere Materialien benötigt, um die eigenen Medaillen zu verbessern.

Nostalgie ist die größte Stärke

Den Wiederspielwert soll auch das Sammeln von Hundert auf den verschiedenen Maps versteckten Skultullas steigern. Damit diese in den Missionen auftauchen, müsst ihre verschiedene Zielvorgaben erreichen, wie etwa eine gewisse Anzahl an Gegnern töten. Im Story-Modus gestaltet sich dies noch recht einfach, da immer nur 1000 Gegner das Zeitliche segnen müssen, doch gerade im Abenteuer-Modus müssen meistens mehr Gegner besiegt werden, ohne dabei eine gewissen Anzahl an Herzen zu verlieren.

Apropos Abenteuer-Modus: Neben dem Story- und Freien Modus steht ein weiterer Modus zur Verfügung. Im sogenannten Abenteuer-Modus seht ihr die Oberwelt-Karte des allerersten The Legend of Zelda für das NES. Hierbei ist die Karte in die damaligen Bildschirm-Abschnitt unterteilt und jeder dieser Abschnitte wartet mit einer Mission für euch auf, die ihr erledigen müsst. Einmal sollt ihr mehrere Boss-Gegner besiegen, ein anderes Mal müsst ihr einem „Quiz“ jene Gegner besiegen, die die richtige Antwort auf eine gestellte Fragen darstellen und wieder ein anderes Mal müsst ihr eine klassische „Töte dies – Erobere jenes“-Mission hinter euch bringen. In all diesen Missionen werdet ihr am Ende benotet und je nachdem wie gut ihr wart, könnt ihr Items oder auch neue spielbare Figuren freischalten.

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An sich ist der Abenteuer-Modus eine nette Idee, die vor allem aufgrund der charmanten Aufmachung punkten kann – immerhin wurde die gesamte The Legend of Zelda-Karte originalgetreu ins Spiel eingebaut und im Auswahlbildschirm haben die Figuren einen 8-Bit Style -, doch darüber hinwegtäuschen, dass es sich einfach um weitere, mit der Zeit recht repetitiv werdende Missionen handelt, kann er nicht.

Da wissen die restlichen Boni des Spieles aufgrund der gezielten Benutzung der Nostalgie der Spieler schon eher zu punkten. Im Menüpunkt „Galerie“, sind mehrere Auswahlmöglichkeiten vorhanden. So kann man sich einfach den Soundtrack des Spieles anhören, der mit sehr trashigen Metal-Versionen bekannter Melodien bespickt ist. Oder man betrachtet einfach die freigeschalteten Bilder, die durch das Sammeln von Skultullas immer weiter komplettiert werden. Zudem könnt ihr dort auch die Charakter-Modelle der spielbaren Figuren betrachten oder euch anschauen, welche Orden ihr bisher im Spiel freigeschaltet habt.

Hyrule Warriors

von am 17.09.2014

Hyrule Warriors ist an sich ein herkömmliches Dynasty Warriors-Spiel, das durch den The Legend of Zelda-Fanservice extra punkten kann. Wer also schon ein Fan der Dynasty Warriors Schnetzel-Spiele ist und und mit Hyrule Warriors kein ausgeklügeltes Action-Adventure erwartet, wird sicherlich Spaß mit dem Titel haben und sein Geld gut investiert sehen. Sollte man jedoch nicht zu dieser Zielgruppe gehören, könnte das Gameplay schnell repetitiv wirken. Zumindest wir hatten unseren Spaß!

Über Dejan Lukovic

Dejan ist Redakteur bei Krautgaming. In dieser Tätigkeit erblickten schon die ein oder anderen Artikel das Licht der Welt, die von einfachen News bis hin zu Reviews reichen.
Derzeit studiert Dejan Germanistik an der Universität Innsbruck, um sich im Anschluss einen Master der Medien, Gender Studies oder Film Studies zu erarbeiten.

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