GC14: The Tomorrow Children und niemand hat es verstanden
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Es gibt diese Titel, die sieht man zum ersten Mal und kann sich nichts, rein gar nichts unter diesen vorstellen. No Man’s Sky war ein solcher Titel. Wild und Rime sind auch noch etwas kryptisch unterwegs. Aber The Tomorrow Children konnte ich selbst mit der Präsentation von Sony nicht verstehen. Und das ist super. Richtig super!

Verständnis zu The Tomorrow Childen. Dieses geht gegen null, aber ich bin dennoch von diesem Titel angetan. Daher versuche ich mir gar keinen Dreh auf dieses Spiel zu machen, denn jegliche Vorstellung, wie das Spiel sein könnte, werden das tatsächliche Endprodukt wahrscheinlich nicht einfangen können. Stattdessen berichte ich euch von meinen Eindrücken. Von dem, was ich gesehen habe, was ich über das Spiel denke. Versucht bloß nicht auch nur einen Teil dieses Spieles zu verstehen. Ein solches Unterfangen ist zum Scheitern verurteilt.

Ist das die Story?

Anfangs präsentierte man uns das Setting des Spieles. In einer alternativen Zeitgeschichte veranstaltete Russland während des Kalten Krieges in den 1960er Jahren ein Experiment, um die Menschheit zu perfektionieren. Das Bewusstsein eines jeden Menschen sollte in einem kollektiven Bewusstsein gebündelt werden, was jedoch schief ging und fast die gesamte Weltpopulation dahin gerafft hätte. Nun gilt es die fast leere Welt wieder mit Menschen zu füllen und eine neue Gesellschaft auf den Prinzipien des Marxismus zu errichten. 90 bis 100 Jahre nach diesem Experiment spielt The Tomorrow Children und ihr seid ein produktionswilliger Klon. Wovon? Keine Ahnung.

Um die Welt nun wieder mit Leben zu füllen, haben wir verschiedene Aufgaben zu erledigen. Zum einem müssen wir Menschen finden. Diese sehen aber nicht mehr aus wie Menschen, sondern können in Mienen, die sich auf Inseln befinden, in Form von Matrjoschka-Puppen gefunden werden. Bringt man diese Puppen nun in seine eigene Stadt, kann man aus diesen Figuren wieder Menschen erzeugen.

Das Ziel ist es nun wie gesagt die Welt wieder mit Leben zu füllen, aber natürlich will man auch die eigene Stadt aufbauen und sie besser machen. Besser als andere Städte, mit denen man konkurrieren kann, aber nicht muss. Dies hängt ganz von der Spielweise ab, wie man sich im Multiplayer anstellt.

The Tomorrow Children gamescom 2014 Klone

Der Single-Multi-Player

Multiplayer ist auch ein gutes Stichwort, denn das Spiel zusammen mit Anderen wird in The Tomorrow Children sehr wichtig sein. Als Spieler ist man Mitglied einer Stadt, in der weitere 50 bis 100 Spieler leben. Zusammen baut man diese Stadt nun auf und muss sich um die darin lebenden Menschen kümmern.

Das bedeutet also, dass man sich um die Energieversorgung und um genug Nahrung in der Stadt kümmern muss. Dazu kommen noch weitere Aufgaben, wie etwa die Verteidigung der Stadt vor Monstern oder das Abbauen von Mineralien, um das eigene Siedlungsgebiet erweitern zu können.

Und das vollkommen Perplexe: Innerhalb des Spieles wird man für solche Arbeiten bezahlt. Man erhält nicht direkt Geld oder sonstige Belohnungen, wenn man diesen Tätigkeiten nachgeht, sondern man muss noch extra an einen Schalter gehen, um sich seinen Lohn abzuholen. Dieser wird nach Zeit und getätigter Art der Arbeit abgerechnet und mit diesem Geld kann man sich dann neue Waffen, Kleidung oder andere Objekte kaufen.

The Tomorrow Children gamescom 2014 Stadt

Es wird aber noch besser: Denn selbst wenn ihr euch dazu entscheidet, das Spiel im Singleplayer zu spielen, seid ihr dennoch quasi in einem Multiplayer, da alles was ihr macht, auch in den Welten der weiteren Stadt-Bewohner passieren wird. Ihr baut euch mit abgebautem Material eine Brücke in eure Stadt und bei euren Mitbewohnern wird diese Brücke ebenfalls auftauchen, selbst wenn ihr gar nicht im Multiplayer seid. Solltet ihr Erze abbauen und an der zentralen Sammelstelle innerhalb der Stadt abliefern, profitieren auch eure Mitbewohner davon. Und dies alles geschieht in Echtzeit.

Ihr müsst euch aber nicht nur gemeinsam mit euren Mitbewohnern um die Stadt kümmern, sondern auch um die vielen verschiedenen Inseln, die in dem Spiel aus dem Boden ragen. Doch es handelt sich nicht um herkömmliche Inseln, sonst könnte man The Tomorrow Children sogar noch verstehen. Nein, es ragen Syymbole aus dem Boden. „Inseln“, die so aussehen wie eine Atombombe oder das Gesicht von Lenin, laden zum Abbau von Mineralien ein.

The Tomorrow Children gamescom 2014 Mienen

Gewisse Erze sind nur für den eigenen Gebrauch von Nutzen, anderen helfen wiederum dem Gemeinwohl, werden im Silo abgegeben und dienen der Erweiterung der Stadt, zum Beispiel durch den Kauf von Verteidigungsanlagen. Dieser Ausbau der gemeinsamen Stadt ist auch nötig, um im Ranking gegen andere Städte zu gewinnen. Wem dies aber zu aufwendig ist, der kann sich im Städtekampf austoben, der irgendwann im Spiel implementiert werden wird. Sollte euch dies aber alles zu anstrengend sein, könnt ihr einfach eure Stadt verlassen und einer neuen beitreten. Diese könnt ihr euch im Vorhinein schon mal ansehen, da es euch frei steht, andere Städte auch einfach nur zu besuchen.

Das Ziel von Q-Games ist es eine niemals endende, fortbestehende Welt zu schaffen, in der es so etwas wie Endgame-Content nicht gibt. Die Arbeit muss weitergehen. Die Produktion darf nicht stillstehen. Selbst wenn man stirbt, wird man als neuer Klon wieder in die Welt geworfen, verliert dabei jedoch einen Großteil der vor dem Ableben geleisteten Arbeit.

Dieser Stil

All dies findet in einer leeren Welt namens „The Void“ statt. Der Boden ist klinisch weiß, der Horizont ragt flach hervor und geht mit dem fast gleichen Farbton in den Grund über. Alles wirkt wie Plastik, so auch eure Figur und natürlich auch eure Stadt.

Farben sieht man eher selten. Vor allem Inseln sind farblich gestaltet. Mit einem solchen Rot stechen sie aus der ansonsten so steril wirkenden Umgebung heraus, dass man sie nicht übersehen kann. Rot auch daher, da es die Farbe der Sozialisten ist. Die Farbe des Kommunismus.

Aber auch das Menü und der grandios reduziert eingesetzte Soundtrack versprühen sofort einen kommunistisch, beziehungsweise russisch, anhauchenden Flair. Das Design der Textboxen und der Schrift lassen einen gleich erkennen, dass man es hier mit Russland zu tun hat. Der Soundtrack ist unverwechselbar russisch gestaltet.

The Tomorrow Children gamescom 2014 Stil

Fazit

Was soll man nun zu The Tomorrow Children sagen? Wirklich verstanden hat es niemand und ich glaube auch, dass dies zu einem solchen Zeitpunkt auch nicht möglich ist. Das Spiel wurde gerade erst auf der gamescom zum ersten Mal präsentiert und um die verschiedenen Ideen und Mechaniken hinter dem neuesten Spiel von Q-Games auch nur im Ansatz verstehen zu können, benötigt man einfach mehr Zeit.

Stattdessen kann ich nur sagen, dass ich ernsthaft überrascht und erstaunt bin. Selten hat mich ein Spiel so ratlos, aber auch gleichzeitig so mit Vorfreude zurückgelassen. Ich will mehr über diesen Titel wissen. Mehr über dieses kommunistische Utopia erfahren, das The Tomorrow Children werden könnte. Dass es vielleicht sein will. Oder auch nicht. Sagen kann man es auf jeden Fall nicht.

Ein Titel, den man unbedingt im Auge behalten sollte! The Tomorrow Children erscheint 2015 exklusiv für die PlayStation 4.

Über Dejan Lukovic

Dejan ist Redakteur bei Krautgaming. In dieser Tätigkeit erblickten schon die ein oder anderen Artikel das Licht der Welt, die von einfachen News bis hin zu Reviews reichen.
Derzeit studiert Dejan Germanistik an der Universität Innsbruck, um sich im Anschluss einen Master der Medien, Gender Studies oder Film Studies zu erarbeiten.

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