GC14: Die Pressekonferenz von EA im Überblick
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Es gibt gute Pressekonferenzen. Solche bieten uns viele neue Spiele, tolle Ankündigungen und konzentrieren sich darauf, was wesentlich ist: die Spiele. Es gibt aber auch jene von EA, die mit etwas Interessantem anfangen, doch schlussendlich in der Versenkung verschwinden. Genau dies beobachteten wir auf der diesjährigen EA-Pressekonferenz zur gamescom.

Dragon Age: Inquisition

Den Anfang der Pressekonferenz machte hierbei der dritte Ableger der Dragon Age-Serie namens Inquisition. EA zeigte eine Mission innerhalb einer Burg, die zuvor aber über einen zentralen Hub ausgewählt wurde. Von dort aus organisiert man seine eigene Inquisition und kann verschiedene Aufträge annehmen.

In der Burg angekommen, lautet unsere Mission nun Mitglieder unseres Trupps zu befreien, die zuvor in Gefangenschaft genommen wurden. Dafür kämpft man sich entweder mit einem der über 200 Skills in einer Third Person-Sicht durch die heraufbeschworenen Gegner, oder man wechselt in größeren Gefecht-Situationen auf die Tactical Camera. Diese zeigt das Geschehen dann aus der Vogelperspektive und jeder Figur kann eine eigene Aufgabe zugeteilt werden. So sollen zwei unserer Mitstreiter im Kampf gegen den Boss der Burg die lästigen Bogenschützen ausschalten, während unsere Heldin und ein weiterer Kämpfer den Anführer der Gegner beschäftigen. Sobald jeder seiner Aufgabe nachgekommen ist, wird mit vereinten Kräften der Boss besiegt.

Nachdem das erledigt ist, werden die Mitglieder der Inquisition befreit und anstatt sofort in den Hub zurückzukehren, wird noch ein bisschen die Umgebung erkundet, was sich auch belohnt macht. Da der Anführer der in der Burg ansässigen Feinde besiegt wurde, will sich einer seiner Soldaten der Inquisition anschließen.

Die leider nicht live vorgespielte Demo von Dragon Age: Inquisition hinterließ einen sehr guten Eindruck und dies spielerisch als auch von der Grafik-Power her. Obwohl ein Alpha-Build des Spieles gezeigt wurde, sahen die Figuren und Umgebung einfach toll aus. Technisch gab es auch nie Probleme, selbst wenn man mitten unter dem Kampf in eine andere Figur gesprungen ist, um mit dieser dem Kampf zu frönen. Und für alle Story-Liebhaber unter euch, denen diese Gameplay-Demo eher nicht zusagte: Die Geschichte von Dragon Age Inquisition wird mehr als 1 Millionen Wörter enthalten. Ob aber nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität stimmt, ist noch nicht bekannt.

Der Untergang von Allem

Nach einem guten Start mit Dragon Age Inquisition begann EAs Pressekonferenz konstant an Qualität abzunehmen. Die darauf folgende Ankündigung des neuen und letzten Titanfall DLCs namens „IMC Rising“ wusste zwar noch im gewissen Maße zu überzeugen, was vor allem an dem neuen Trailer lag, aber danach fing es an: Das Sport-Line Up von EA!

Emotionen werden nicht nur in der deutschen Sprache, sondern auch in den Sportspielen von Electronic Arts groß geschrieben. Denn so wurden gesamte Stadien mit aufwendigen Aufnahmen digitalisiert, um den Spieler von NHL15 all die Emotionen des Eishockeys so Nahe zu bringen, wie noch nie zuvor. Sogar bis zu 8000 verschiedene, tatsächlich modellierte Figuren werden die Zuschauerränge bevölkern und das Gefühl vermitteln, direkt im Stadion zu sein.

Nachdem wir kurz eingeschlafen waren, lief auch schon der neue Trailer zu FIFA 15 auf der Leinwand, der die überarbeiteten Torhüter vorstellte. Diese wurden nun zum ersten Mal direkt mit Motion-Capture aufgezeichnet, um so viele verschiedenen Animationen und Paraden wie möglich im Spiel zu haben. Dabei standen die Besten der Besten im Aufnahmestudio und so kamen einige neue Hechtsprünge und Co zusammen.

Doch nun gab sich EA mit der Präsentation zu Sims 4 die absolute Blöße. Denn anstatt einer normalen, vielleicht sogar unterhaltsamen Demo vorzustellen, wollte man total verrückt, spontan und jung sein. Die Teleprompter wurden „ausgeschalten“ und die Präsentatoren sprachen ihren auswendig gelernten Text vollkommen frei.

Als ob dies Pseudo-Spontanität nicht schon genug wäre, fielen mehr als nur ein flacher Witz und so viele grausame popkulturelle Referenzen, dass wir aus dem Fremdschämen nicht mehr herauskamen. „The Hungry Games“ als Bezeichnung für ein Labyrinth, durch das fast verhungernde Sims müssen, um an ihr Essen zu kommen, war nur eine der Vielen. Und falls ihr es vergessen haben solltet: Deutschland ist Weltmeister! Das musste man schon noch ein Mal während der Sims 4-Demo sagen. Bei FIFA 15 wäre es ja sehr unplatziert gewesen.

Shadow Realms und Battlefield Hardline

Ab diesem Zeitpunkt erwarteten wir gar nichts mehr von dieser Pressekonferenz. Wir wurden mit schwachen Titel-Präsentationen und nur einem guten Anfang bedient, doch die Ankündigung des neuen BioWare Titels Shadow Realms brachte wieder Schwung in die Sache.

Die einzige Neuankündigung der ganzen PK wurde zuvor über Wochen hinweg vorbereitet, mit tollen Teasern, die Lust auf ein komplett neues storygetriebenes Spiel der Kanadier von BioWare machten. Doch schlussendlich handelt es sich bei Shadow Realms um eine Art Evolve, mit bösen Monstern und coolen Helden. Entweder spielt man einen der vier guten Figuren, die die Monster besiegen müssen, oder man steigt als einziger Spieler in die verschiedenen Kreaturen und versucht alle Kontrahenten zu erledigen.

Der große Unterschied zu Evolve ist dabei jener, dass man während eines Spieles in mehrere, ansonsten vom PC gesteuerte Monster schlüpfen kann. Als Geist schwebt man dann über die Map und gesellt sich als Spieler dann zu jenen Stellen, an denen man den anderen vier Spielern am besten einheizen kann.

Shadow Realms gamescom 2014

Das große Finale der Pressekonferenz war dann die Vorstellung der Singleplayer-Kampagne von Battlefield Hardline, zu der erstmals eine längere Gameplay-Demo der Öffentlichkeit gezeigt wurde. In dieser sehen wir unseren Protagonisten Nick Mendoza, der nach einem Verrat von Gangstern gefangen genommen wird und nun ausbrechen muss. Doch pures, unauffälliges Ausbrechen wäre natürlich zu wenig für die Story eines FPS. Es muss krachen und so explodieren andauern irgendwelche Fässer und Autos. Gegner werden brutalst niedergestreckt und neue Gadgets vorgestellt.

Wer die Demo verpasst hat, kann sie sich hier noch ein mal ansehen. Zuvor aber noch kurz zu den neuen Multiplayer-Modi, die erstmals vorgestellt wurden. In „Hotwire“ liefert ihr euch heiße Verfolgungsjagden mit anderen Mitspielern in euren Autos und es gilt die gegnerischen Fahrzeuge so schnell wie möglich auszuschalten. In „Rescue“ müsst ihr als Polizisten eine Geiselnahme beenden, während die Geiselnehmer dies natürlich gar nicht lustig finden. In einem 5 on 5 geht man also in das Geschehen und hat nur ein Leben, was das Teamplay fördern und diesen Modus sogar E-Sport tauglich machen soll.

Fazit

Electronic Arts hat sich zwar nur auf Spiele konzentriert, jedoch Altbekanntes und wenig Neues gezeigt. Neben dem Gameplay-Trailer zu Dragon Age: Inquisition konnte uns leider ansonsten Nichts vom Hocker reisen und mit dem Sportspiele Line Up fand die Pressekonferenz ihren Tiefpunkt.

Die Ankündigung von Shadow Realms konnte diesen Eindruck kurz wieder abschwächen, doch spätestens mit der nichtssagenden Singplayer-Demo zu Battlefield Hardline endete die vielleicht langweiligste Pressekonferenz der gesamten gamescom.

EA, bitte bleibt bei eurem Fokus auf den Spielen, doch bietet uns auch frische Sachen und nicht nur Reste von der E3, die sich nicht für die Messe in Los Angeles eignete.

Über Dejan Lukovic

Dejan ist Redakteur bei Krautgaming. In dieser Tätigkeit erblickten schon die ein oder anderen Artikel das Licht der Welt, die von einfachen News bis hin zu Reviews reichen.
Derzeit studiert Dejan Germanistik an der Universität Innsbruck, um sich im Anschluss einen Master der Medien, Gender Studies oder Film Studies zu erarbeiten.

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