GC14: Im Weltall hört dich niemand staunen

GC14: Im Weltall hört dich niemand staunen

von am 17.08.2014 - 10:00
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Wir haben gerade die Raumstation verlassen, da will mein Pilot mir den Außenring zeigen, der mit einem Durchmesser von acht Kilometern um die Station rotiert. Was soll schon toll daran sein, denke ich mir – bis ich plötzlich erkenne, dass ich durch die Glasdecke des Rings sehen kann. Unter ihr sehe ich Felder, Wiesen, Häuser. „In einer zukünftigen Erweiterung wird es möglich sein, all das zu erkunden. Schon jetzt ist die Fläche größer als GTA IV“ Und das ist nur eine der Stationen in einem System unserer Galaxie, die in Elite: Dangerous zur Zeit 150.000 Sterne umfasst.

Eigentlich kam ich etwas zu spät – und doch durfte ich noch einen Blick auf eins der Spiele werfen, auf die ich mich am meisten freute. Elite: Dangerous ist neben Star Citizen der Grund dafür, dass PC-Raumpiloten endlich ihre Joysticks entstauben können. Ich selbst bin mit all den Knöpfen und Hebeln vor dem Bildschirm nicht vertraut und wage deshalb nicht meine Hand an das Spiel zu legen – doch was ich sehe, stärkt den Wunsch in mir, es an meinem eigenen PC zu versuchen.

Elite: Dangerous ist eine Weltall-Simulation, in der der Spieler enorme Freiheiten hat, seine eigene Raumpiloten-Freiheit zu führen: Er kann als Händler Waren transportieren oder bedenkliche Güter schmuggeln, als Söldner sein Geld verdienen, oder von System zu System die Galaxie erkunden. Diese ist riesig: Das Entwicklerstudio Frontier hat 150.000 Sternensysteme in das Spiel eingebaut, die real existieren. Von diesen existieren bereits 55 in der Beta, die zur Zeit läuft.

EliteDangerous_09Doch es wird noch massiver: Aus den realen Planeten errechnet der Entwickler Frontier eine Galaxie aus 400 Milliarden Sternenystemen mit eigenen Planeten. Je nach System, in dem sich der Spieler befindet, ermittelt Elite sogar den Sternenhimmel, wie er in diesem System aussehen würde. Das ist ein kleines Detail, das niemandem auffallen würde – doch wenn ich weiß, dass der Himmel um mich herum echt ist, dann macht es das Spiel noch viel greifbarer.

Wir sind außerdem nicht allein in diesem Universum, denn Elite: Dangerous ist ein Multiplayer-Spiel. Wir können zusammen mit anderen Spielern fliegen, gegen sie kämpfen, oder es sein lassen – wie wir wollen. Das bringt ein wenig Leben ins Universum und sorgt dafür, dass die Erfahrung nicht zu prozedural ist.

EliteDangerous_068Im Laufe der Präsentation lackieren wir das Raumschiff mit der kanadischen Nationalflagge, weil ich finde, dass Kanadier im Weltall eine lustige Idee sind. Dann verlassen wir die Station, werfen einen Blick auf ihren Außenring und wagen dann den Sprung in ein benachbartes System. Vorher lerne ich, dass das Kontrollsystem auf echter Weltall-Physik beruht, uns aber eine Flughilfe hilft. Die können wir aber jederzeit ausschalten, um das Schiff auch unabhängig der Flugrichtung drehen zu können – was besonders im Kampf helfen kann, Verfolger abzuschütteln.

Nach einer kurzen Reise sehe ich eine rot-orange Sonne im dunklen Weltall. Auf ihrer Oberfläche zischen lautlose Gasbögen und -fontänen, die in der Leere des Alls verschwinden. Mein Pilot sagt, dass wir leider keine Zeit haben, um mir einen Kampf zu zeigen. Doch das macht mir nichts. Denn das erste Mal seit Monty Python’s Universe Song bekomme ich wieder ein Gefühl von der Größe des Weltalls. In späteren Erweiterungen soll es sogar möglich sein, auf Planeten zu landen und mit Fahrzeugen auf ihnen zu fahren.

EliteDangerous_04Mir rauscht der Kopf und ich fühle mich plötzlich ganz klein, doch mir geht’s gut. Bis wir tatsächlich zu den Sternen reisen können, scheint Elite: Dangerous die beste Alternative zu sein – wenn die Entwickler ihre Ziele bis zum Release Ende 2014 umsetzen können.

 

 

 

Über Christoph Volbers

Christoph hat viel zu viele Töpfe am Kochen: Er ist der Kopf hinter dem Science Fiction-Metal-Projekt Xenogramm und schreibt an seinem eigenen Roman. Gleichzeitig studiert er Englisch und Geschichte im schönen Bremen (nicht lachen!). Da er jedoch nicht immer vor dem Bildschirm hocken kann, geht er arbeiten – und zwar in einer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen. Wenn er sich davon erholen will, dann kocht er, oder er geht laufen, oder er sieht sich Filme und Serien an.

Oh, und offenbar schreibt er auch für krautgaming. Wie konnte ich das nur übersehen?

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