Guild Wars 2 – Der Rollenspielgigant im Test

Guild Wars 2 – Der Rollenspielgigant im Test

von am 19.09.2012 - 13:38

Lange Zeit mussten sich die Spieler gedulden, doch endlich ist es da – Guild Wars 2. Mittlerweile sind schon einige Wochen vergangen, seit die ersten Spieler ihren virtuellen Fuß in die malerische Welt des Rollenspielgiganten gesetzt haben und damit begannen, ein Abenteuer nach dem anderen zu erleben. Doch weshalb befindet sich das Spiel überhaupt seit Wochen schon an der Spitze der Verkaufscharts und warum sprechen Experten von der nächsten Generation der Onlinerollenspiele? Wir versuchen für euch eine Antwort zu finden und präsentieren unseren Test zu Guild Wars 2.

Die Idee für Guild Wars 2 kommt nicht von ungefähr. Schon mit Guild Wars konnte Entwickler ArenaNet und Publisher NCsoft große Erfolge feiern. 2005 erschien zunächst das Standard-Spiel, das verschiedene Klassen aber nur eine Rasse einführte. Trotzdem wurde das Spiel von den Fans, Spielern, ja auch der Presse gefeiert und mauserte sich zu einem wahren Konkurrenten von World of Warcraft. Warum? Im Gegensatz zu World of Warcraft, setzte Guild Wars nicht auf ein monatliches Abo, das den Spieler 13-15 Euro aus der Tasche zog. Hier zahlte man einmal zwischen 40 und 50 Euro und konnte anschließend das Spiel so lange genießen, wie man wollte.

ArenaNet wollte jedoch nicht stehen bleiben und schuf mit Guild Wars: Factions eine asiatisch angehauchte und mit Guild Wars: Nightfall eine abendländisch angehauchte Version des Spiels. Mit Eye of the North folgte dann eine Erweiterung, die ein Bindeglied zwischen Guild Wars und Guild Wars 2 darstellte. Interessanterweise konnten alle “Erweiterungen”, bis auf Eye of the North, ohne das eigentliche Hauptspiel gespielt werden, sprich sie waren Stand-Alone. Trotzdem hatten auch hier die Entwickler daran gedacht, alle drei Spiele durch verschiedene Quests miteinander zu verbinden. Später war ein ständiger Landschaftswechsel auch kein Problem mehr. Trotzdem gab es zwei Dinge, die von der Fangemeinde und auch außenstehenden Personen ständig kritisiert wurden: Die instanzierte Spielwelt und dass der Charakter nicht Springen kann. Zwar bot das Spiel viele verschiedene Besonderheiten, wie zum Beispiel zwei Klassen für jeden Charakter, doch wollten die Spieler richtig mit- und untereinander agieren können und sich nicht jedes Mal in irgendeinem Handelsposten treffen müssen, um sich in einer Gruppe zusammenzuschließen.

Eine einzige Instanz

Tatsächlich lief das Ganze so ab: wenn sich ein Spieler in einem Handelsposten oder größeren Stützpunkt befand, war er dazu in der Lage andere Spieler zu sehen und mit diesen zu interagieren. Marschierte man jedoch fröhlich aus dem Stadttor hinaus, war die Welt nur noch für einen Spieler alleine existent, insofern er sich nicht in einer Gruppe befindet. Eben dies war eines der großen Themen bei der Entwicklung von Guild Wars 2, das nun eine völlig offene Welt und andere Besonderheiten im Vergleich zu seinem Vorgänger anbietet. Und ja, springen kann man nun endlich auch.

Mit diesem Spiel verändert Entwickler ArenaNet einiges in der Welt von Guild Wars. Die doppelten Charakter-Klassen sind passé, ebenso wie die Entscheidung, die Menschen als einzige Charakterklasse anzubieten. Eher dem klassischen Rollenspielmodell folgend, wählen Spieler nun nur noch eine Klasse aus, können sich dafür zwischen verschiedenen Rassen entscheiden, was auch Auswirkungen auf den Spielbeginn hat. Hier hat man die Wahl zwischen den Rassen der Asura, Menschen, Charr, Norn und Sylvari. Wurde die Rasse samt Klasse ausgewählt, kommt eine weitere Besonderheit von Guild Wars 2 zum Tragen, und zwar der persönliche Weg.

Hier werden dem Spieler fragen gestellt, die für den Verlauf der eigenen Kampagne verantwortlich sind. Zum Beispiel können sich Spieler hier ihr Sternzeichen heraussuchen, ihre Herkunft auswählen und sich, natürlich, einen Namen geben.

Die Bewohner von Tyria

Wie bereits erwähnt, hat sich Entwickler ArenaNet dazu entschieden mehrere Rassen in dem Universum von Guild Wars spielbar zu machen.

  • Die Charr: In Guild Wars stellten die Charr noch die größten Feinde der Menschheit dar. Grund dafür ist, dass die Menschen Land für sich beanspruchten, dass ursprünglich den Charr gehörte. Zwar sind mittlerweile nicht alle Angehörige der Rasse den Menschen noch feindlich gesinnt, doch noch immer ist hier und da die alte Feindschaft zu spüren. Äußerlich besitzen die Charr das Aussehen von gewaltigen Löwen, die auf zwei Beinen durch die Welt stapfen.
  • Die Norn: Diese Bewohner Tyrias dürften wohl die größte Rasse des Landes darstellen. Warum? Weil sie mit ihrer Körpergröße von über zwei Metern sogar einen vollständig ausgewachsenen Charr überragen dürften. Die Norn selbst leben in den Zittergipfeln und haben sich auf das Jagen von Tieren konzentriert. Hier gelten die Hünen als die absoluten Experten.
  • Die Sylvari: Die jüngste Rasse in der Welt von Guild Wars 2. Sie selbst entstammen dem Lebens-Hain und sind eine sehr spirituelle Rasse. Die Sylvari glauben, dass ein jedes Lebewesen schon bei der Geburt ein bestimmtes Schicksal zugeteilt wurde.
  • Die Asura: Klein sind sie, doch die absoluten Experten in dem Umgang mit Alchemie und dem Erschaffen von Golems. Optisch erinnern die Asura ein wenig an zu groß gewachsenen Reptilien, besitzen jedoch einen messerscharfen Verstand und durchdringen alles und jeden mit ihren großen Augen.
  •  Die Menschen: Die Menschen sind eine sehr stark durch Kriege dezimierte Rasse, doch bleiben ihr Mut und ihr Tatendrang ungebrochen. Mittlerweile befindet sich der Hauptsitz der Menschen in Götterfels, da zuvor Löwenstein überflutet wurde und so nicht mehr als Lebensraum weiter genutzt werden konnte.

Zwar kann man sich nun zwischen verschiedenen Rassen entscheiden, doch wie sieht es mit den Klassen aus? Tatsächlich hat sich auch hier viel verändert, abgesehen von der Einsparung einer Zweiten für jeden Charakter.

  • Dieb: Fällt unter die Abenteuerklassen. Ein Dieb ist sehr schnell im Umgang mit Nah- und Fernkampfwaffen und besitzt die Möglichkeit, unbemerkt Dinge zu stehlen.
  • Elementarmagier: Gehört zu den Gelehrtenklassen. Kann im Kampf verschiedene Elemente verwenden, was ihn dementsprechend vielseitig einsetzbar macht.
  • Ingenieur: Ist eine der Abenteuerklassen. Verwendet im Kampf hauptsächlich die neusten Charr-Entwicklungen. Nutzt im Kampf die Hilfe von Geschütztürmen und wirft Bomben auf seine Feinde.
  • Krieger: Gehört zur Soldatenklasse. Ein Krieger ist groß, mächtig und kann dank Adrenalin seine Fähigkeiten immer wieder einsetzen. Zudem verfügt er über die größte Waffenauswahl innerhalb des Spiels.
  • Mesmer: Weitere Gelehrtenklasse. Kann mit seiner Magie Gegner täuschen und verführen.  Zudem erschafft diese Klasse mittels magischer Mantren Illusionen, um seine Feinde zu verwirren und dadurch verwundbar zu machen.
  • Nekromant: Letzte der Gelehrtenklassen. Als Beherrscher der Totenmagie ruft ein Nekromant untote Wesen zur Hilfe im Kampf gegen seine Feinde. Zudem entzieht er seinen Feinden Lebensenergie und versetzt sie in Angst und Schrecken.
  • Wächter: Die zweite Soldatenklasse. Anders als der Krieger kann der Wächter nicht nur physischen, sondern auch magischen Schaden austeilen. Zudem sorgt er für den Schutz seiner Mitmenschen.
  • Waldläufer: Die letzte Abenteuerklasse. Flink, schnell und wendig. Das macht einen Waldläufer aus. Seine Feinde bearbeitet er aus der Ferne und lässt sie in seine Fallen laufen. Zudem kann er dank seines tierischen Begleiters auch brenzlige Situationen bestens meistern.

Events

Das Besondere an Guild Wars 2 sind aber bei Weitem nicht die Klassen, Rassen oder der selbst gewählte Weg. Das, was das Spiel von allen anderen Genrevertretern hervorhebt, sind die sogenannten dynamischen Events. Während Guild Wars noch auf ein klassisches Quest-System baute, bei dem man sich bei einem Questgeber einen Auftrag organisierte und nach Erfüllung der Bedingungen bei derselben Person die Belohnung kassierte, existieren in Guild Wars 2 nur noch dynamische Events.

Das bedeutet, hier durchquert der Spieler mit seinem Charakter die Spielwelt und wird durch aufploppende Mitteilungen darauf aufmerksam gemacht, dass in der Nähe seine Hilfe von Nöten ist. Mal muss ein Konvoi begleitet und beschützt, mal will eine gigantische Spinne von einem Bauernhof vertrieben werden. Überhaupt findet man in der Spielwelt von Guild Wars 2 keine Quests. Nur in dem Verlauf der eigenen, persönlichen Geschichte existieren ähnliche Spielelemente.

Das Interessante an den Events ist auch, dass Spieler für das Bewältigen von einem solchen keine Gruppe bilden müssen. Sprich, man läuft einfach durch die Welt, sieht wie irgendwelche Spieler in feinster Action-Manier auf einen zum Beispiel riesigen Skorpion einschlagen, läuft man einfach hin und haut mit auf dem Tierchen darauf rum. Ein von Arenanet entwickeltes System bewertet im Hintergrund die Aktivität eines Spielers während eines Events, egal ob es sich dabei um einen Krieger oder um einen Heiler handelt. Am Ende wird dann jedem Teilnehmer eine bestimmte Menge an Erfahrungspunkte, entsprechende der Berechnung ausgeschüttet. Damit soll kein Spieler benachteiligt werden.

Doch auch abgesehen von den Events bietet die Welt von Guild Wars 2 vieles zu entdecken. Besonders Fans von Jump & Runs können sich auf einige spannende Hüpfeinlagen freuen. Manche Aussichtspunkte lassen sich nämlich nur durch das “von Objekt zu Objekt” hüpfen erreichen, halten aber bei erfolgreicher Meisterung einige Erfahrungspunkte sowie einen malerischen Ausblick auf Welt in der Umgebung bereit. Auch haben die Entwickler das eine oder andere Event versteckt in die Welt integriert. So soll es zum Beispiel irgendwo einen versteckten Piratenschatz geben, den die Spieler aber nur durch das Erforschen der Welt, auch abseits der gewohnten Wege, entdecken.

Optischer Hingucker & musikalischer Erinnerung

Ja, Guild Wars 2 bietet eine durchweg gelungene Optik. Wie schon im Vorgänger haben sich die Entwickler gegen einen Comic-Look entschieden und einen realistischeren Ansatz gewählt. Zwar würde sich eine Grafik á la World of Warcraft nun durch die verschiedenen Rassen anbieten, doch hat ArenaNet hier alles richtig gemacht. Nicht nur die eigenen Charaktere oder NPCs sind liebevoll mit verschiedenen Details ausgestattet worden, auch die Landschaft bietet fast keine ausmodellierten Gegenden, sondern wirkt von vorne bis hinten komplett durchdacht. Schön ist auch, dass aufgrund des ähnlichen Grafikstils in Bezug auf Guild Wars, manche Landstriche dem einen oder anderen Spieler doch ein wenig vertraut vorkommen können. Dies war auch ein Punkt, den uns die Entwickler während eines Guild Wars 2 Events in Brighton (England) erklärten. Zwar spielt die Geschichte rund 250 Jahre nach den Ereignissen aus Guild Wars und Guild Wars: Eye of the North, trotzdem sollen sich Spieler heimisch fühlen und das Gefühl bekommen, hier schon einmal gewesen zu sein.

Diesem Gefühl ist auch die Wahl der musikalischen Begleitung mehr als dienlich. Zwar wurden einige neue Stücke komponiert, aufgenommen und in das Spiel integriert, doch bekommen Spieler auch Musikstücke aus dem ersten Guild Wars auf die Ohren. Ein Grund mehr sich wie zu Hause zu fühlen.

Fazit

Guild Wars 2 ist wahrlich das Rollenspiel geworden, auf das die gesamte Online-Spielerschaft gewartet hat. Zwar stechen die Optik, die musikalische Untermalung und allgemein die Atmosphäre aus der Masse an Onlinerollenspielen hervor, doch ist es das Event-System, was Guild Wars 2 einzigartig macht. Auch für die Zukunft prognostizieren wir dem Spiel einen großen Erfolg, sollte es ArenaNet schaffen, auch nach dem Erreichen der höchsten Spielstufe gelungenen Content zu liefern. Doch auch hier hat das Entwicklerstudio bereits mit dem Vorgänger bewiesen, dass Aufleveln nicht alles ist.

Guild Wars 2

von am 19.09.2012

Fazit: Guild Wars 2 kann man eigentlich uneingeschränkt jedem Fan eines Rollenspiels empfehlen, dem es nichts ausmacht, schon wieder in einem Fantasy-Setting umherzulaufen. Doch dank des bis dato einzigartigen Event-Systems von Entwickler ArenaNet, wird jeder Besuch in Tyria zu etwas Besonderem.

Kommentare

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Hmm? 7. Oktober 2012 um 23:59 07.10.2012 - 23:59

“Wenn ich PvP will gehe ich in die Sporthalle, da zählt dann wirklich Körperbeherrschung, Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit, und nich albernes Tastenkloppen am PC.”

Was erwartest du denn sonst von einem MMORPG?

Rainer 21. September 2012 um 07:17 21.09.2012 - 07:17

Was soll man sonst machen???
Ah ja, persönliche Geschichte, die zu 80 % aus metzeln besteht.
Was noch, jup Verließe, 100% Haudrauf mit intensiv aus dem Kreis springen und Gegner umkreisen.
Weitere Möglichkeiten, hm, ach ja, Makierungen auf der Karte ablaufen, für die Welterkundung. Das letzte ist schon ganz nett, leider hat man sich da schnell satt gesehen, vielleicht kann man da in einem Monat mal wieder reinschauen.
Was vergessen nö, doch, veblödetes PvP, kann man vergessen. Wenn ich PvP will gehe ich in die Sporthalle, da zählt dann wirklich Körperbeherrschung, Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit, und nich albernes Tastenkloppen am PC.

Anti Rainer 20. September 2012 um 21:49 20.09.2012 - 21:49

@ Rainer

das ist aber dein eigenes Problem. Das Spiel bietet so enorm viele Möglichkeiten. Wenn du nur Sammelst und Events machst ist das ganz allein dein eigenes Problem ;-)

Rainer 20. September 2012 um 16:21 20.09.2012 - 16:21

90% das darf nicht wahr sein, 60% sind vielleicht ok.
Die Grafik ist in Ordnung, das war es aber schon.
Der Rest ist einfachste langweilige Hausmannskost.

“nächste Generation der Onlinerollenspiele” ja, in dem es noch einfacher, noch weniger Spielerzusammenhalt, noch mehr Kampfeinlagen, noch weniger Verstand gebraucht wird und eine Tendenz in Richtung “Hack and Slay”.
Die Event, tolle Sache dachte ich mal, jetzt nerven die nur. Man ist am Ressourcen GRINDEN, ah Event 08/15 , nur ohne fragezeichen, toll mitmachen HAUUUUDDRRAAUUF. Nächster Tag, wieder am sammeln OHH — ah Event 08/15 , nur ohne fragezeichen, toll mitmachen HAUUUUDDRRAAUUF
Nächster Tag …… Spätestens nach 3 Tagen, LAAAANGweilig. Nee Leute nach 2 Wochen habe ich keine Lust mehr verspürt, mich überhaupt einzuloggen.

GW 2 nein Danke, das war ein Fehlkauf.